Der Konflikt zwischen der Telekom und Verdi erhielt zusätzlich Brisanz durch die Berufung von Conti-Manager Thomas Sattelberger zum neuen Personalvorstand, die Obermann gegen das Votum der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat durchsetzte. „Wir werden uns dennoch um eine konstruktive Zusammenarbeit bemühen“, sagte Lothar Schröder, Verdi-Vorstand und Telekom-Vizeaufsichtsratschef. Das Personalressort wird seit Jahresanfang kommissarisch von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick verantwortet. Sattelberger werde nun „gleitend“ in die Gespräche über den Konzernumbau eingeführt, sagte Eick.
Der Telekom-Vorstand wird sich am eingeschlagenen Sparkurs durch Gehaltsverzicht beteiligen. Die Mitglieder des Führungsgremiums würden ein Monatsgehalt weniger bekommen, sagte Obermann. Bei ihm sind es zwei Monatsgehälter, was in etwa 200 000 Euro entspricht. Der Vorstand sei sich der schwierigen Lage in Bezug auf die Mitarbeiter bewusst und wolle seine Solidarität zum Ausdruck bringen, sagte der Telekom-Chef.
Die Telekom steht wegen der schwachen Entwicklung auf dem Heimatmarkt enorm unter Druck und hatte daher im Januar erneut ihre Prognose für 2007 gesenkt. Neben Einbußen im Mobilfunk verbuchte der Konzern vor allem Rückgänge im Festnetzgeschäft. Im ersten Quartal kündigten laut Angaben aus Konzernkreisen rund 600 000 Kunden ihren Festnetzanschluss bei der Telekom.
Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mehr als zwei Mill. Festnetzanschlüsse an die Wettbewerber verloren. Insgesamt erwirtschaftete der größte europäsche Telekom-Konzern 2006 einen Umsatz von 61 Mrd. Euro und einen Konzernüberschuss von 3,2 Mrd. Euro. Die Aktionäre erhalten unverändert eine Dividende von 0,72 Euro.

