Umsätze stabil
Deutscher Zeitungsmarkt stagniert

Das Zeitungsgeschäft ist auch weiterhin problematisch. Zwar sinken die Umsätze nicht weiter, sie steigen aber auch nicht. Problematisch: Es gibt immer weniger junge Leser.

HB BERLIN. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) erwartet in diesem Jahr in etwa die gleichen Umsätze wie 2005. Das waren für die Branche 9,03 Mrd. Euro, 41 Mill. Euro oder 0,45 Prozent mehr als 2004. BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff sagte am Dienstag in Berlin, die Verlage hofften, vom leichten Wirtschaftsaufschwung profitieren zu können, doch „noch ist nichts davon angekommen“. Auch der Fußball-WM-Boom habe sich im Zeitungsgeschäft insgesamt „nicht bemerkbar gemacht“.

Die Anzeigenumsätze haben sich nach einem Einbruch in den Jahren 2001 bis 2003 stabilisiert. Sie lagen 2005 bei 4,73 Mrd. Euro, was einem Rückgang von 0,26 Prozent zum Vorjahr entspricht. Zugleich stiegen die Erlöse im Vertrieb trotz sinkender Auflagen um 1,25 Prozent auf 4,21 Mrd. Euro. „Die Leute sind bereit, für Qualität mehr Geld auszugeben“, sagte dazu Geschäftsführer Jörg Laskowski.

Im ersten Quartal 2006 gingen die Auflagen der Tageszeitungen um 1,8 Prozent auf 21,28 Mill. Exemplare zurück. Dabei legten die überregionalen Zeitungen gegen den Trend um 0,9 Prozent zu. Sehr gut entwickelten sich Wochenzeitungen mit einem Plus von 6,9 Prozent im ersten Vierteljahr. Die Auflage der Sonntagszeitungen verringerte sich um 3,6 Prozent.

Je jünger, desto weniger Interesse am Zeitunglesen

Den Zeitungen macht zunehmend das mangelnde Interesse junger Menschen zu schaffen. So lasen nach der Media Analyse 2005 nur noch 60 Prozent der 20- bis 29-Jährigen und 49 Prozent der 14- bis 19- Jährigen täglich Zeitung.

Die Anzeigenumfänge gingen nach Angaben Wolffs in den ersten fünf Monaten des Jahres um 0,1 Prozent zurück, wobei der Westen mit plus 0,1 Prozent deutlich besser abschnitt als der Osten mit minus 2,9 Prozent. „Vor allem in strukturschwachen Regionen haben es die Zeitungen schwer“, sagte Laskowski. Mit einem Anteil von 22,6 Prozent sind die Tageszeitungen laut BDZV aber immer noch der stärkste Werbeträger vor dem Fernsehen (19,8 Prozent). Wolff sagte dennoch: „Mit der gegenwärtigen Marktsituation können wir noch nicht zufrieden sein.“

Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich in 16,7 Prozent mehr Stellenanzeigen im Zeitraum Januar bis Mai 2006 wider. Zum Stellenabbau bei den Zeitungsverlagen im vergangenen Jahr nannte der BDZV keine Zahlen. Seit dem Jahr 2000 seien in der Branche 10 bis 12 Prozent Personal abgebaut worden; in den Redaktionen alleine sein es 2 bis 3 Prozent gewesen, sagte BDZV-Sprecher Hans-Joachim Fuhrmann.

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