
DÜSSELDORF. Nach dem harten Jahr 2009 geben sich die deutschen Werbeagenturen wieder optimistisch. Die Branche rechnet für 2010 mit einem Umsatzwachstum von 3,3 Prozent, ergab eine Umfrage des Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen (GWA). Der Verband, der 80 Prozent des relevanten Agenturmarktes abdeckt, sieht die Trendwende auf dem Werbemarkt erreicht. "Die positiven Signale sind auf jeden Fall vorhanden", sagt Peter John Mahrenholz, Präsident des GWA und Chef der Agentur Draftfcb.
Im vorigen Jahr waren die Werbeagenturen arg gebeutelt - durch Wirtschaftskrise, Kostendruck und Kunden, die sich nicht mehr von TV berieseln lassen, sondern lieber in sozialen Netzwerken durchs Internet surfen. Um durchschnittlich 5,1 Prozent sank der Umsatz nach Angaben des GWA.
Mehr als die Hälfte der befragten Agenturen entließ Mitarbeiter; 28 Prozent der Unternehmen verordneten Kurzarbeit. Einst etablierte Agenturen wie Springer & Jacoby stehen vor dem Verkauf. Andere, wie die Agentur "Die Prinzregenten", mussten Insolvenz anmelden. Die Branche, die ihr Geld damit verdient, harte Realitäten in bunte Verpackungen zu hüllen, gestand sich nach langem Zögern ihre schwierige wirtschaftliche Lage ein.
Nun soll es wieder bergauf gehen - doch nicht alle Werber geben schon Entwarnung. "Ich sehe keinen grundlegenden Wandel", sagt beispielsweise Frank-Michael Schmidt, Chef der Agenturgruppe Scholz & Friends. Zwar löse sich die "Schockstarre" des vergangenen Jahres - auch bei den Kunden. Aber: Der Werbemarkt sei weiter von einem scharfen Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet, und die Honorierungen stünden nach wie vor unter Druck.
An die Herausforderungen des digitalen Zeitalters wagen sich viele Agenturen nur zögerlich heran, beispielsweise an Social Media, dem Vernetzen der Menschen im Internet. Viele Werbekunden liebäugeln aber mit stärkerem Marketing auf digitalen Kommunikationsplattformen wie Facebook.