Umsatz bricht ein
Chiphändler ACG schwächelt

Der Chiphändler und Dienstleister ACG Advanced Component Group hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum.

HB WIESBADEN. Der Chip- und Chipkartenhändler ACG hat wegen der anhaltenden Flaute in der Halbleiterbranche seinen Verlust in den ersten neun Monaten ausgeweitet. Die Aktie brach am Mittwoch zeitweise um mehr als zehn Prozent ein, erholte sich dann aber leicht. Das Wiesbadener Unternehmen sieht die Talsohle aber erreicht und gibt sich für das Schlussquartal zuversichtlicher. Seit Ende September sehe ACG eine Belebung des Halbleitermarkts, teilte der Komponentenlieferant und Dienstleister mit. „Der Halbleitermarkt befindet sich nach drei schwachen Jahren endlich wieder auf Wachstumskurs“, erklärte Vorstandschef Cornelius Boersch.

Der Geschäftsverlauf 2003 war von dem schwierigen Marktumfeld geprägt. Für das Gesamtjahr rechnet ACG mit einem operativen Verlust. Das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei von Januar bis September auf 5,4 von 1,7 Millionen Euro gestiegen, teilte die im SDax gelistete Gesellschaft mit. Unter dem Strich hat ACG damit den Verlust auf 5,7 (Vorjahr: 2,5) Millionen Euro ausgeweitet. Der Umsatz brach um 35 Prozent auf 155,7 Millionen Euro ein.

„Für das Gesamtjahr eindeutig können wir diesen Verlust nicht mehr aufholen“, sagte ein ACG-Sprecher. Die Firma hatte bereits angekündigt, dass es angesichts der Flaute auf dem Halbleitermarkt schwer werde, einen Betriebsgewinn zu erzielen. Die ACG-Aktie lag am Mittag 7,5 Prozent im Minus bei 3,30 Euro.

„Positive Impulse sehe ich zur Zeit bei allen Tochtergesellschaften“, erklärte Boersch. Die schwache Nachfrage nach Chips und niedrige Preise machen Chip-Brokern seit längerem das Leben schwer. Auch der defizitäre Münchner Konkurrent CE Consumer Electronic ist vom hohen Preisdruck belastet und rechnet inzwischen ebenso mit einem Betriebsverlust im Gesamtjahr.

Doch die meisten Halbleiterverbände - wie die International Semiconductor Association (SIA) - sehen langsam ein Ende der Krise und prognostizieren für das kommende Jahr ein weltweites Wachstum des Halbleitermarkts von 20 Prozent oder höher. Besonders die Nachfrage der Telekommunikationsbranche wird der SIA zufolge der Branche einen kräftigen Schub geben. ACG tritt inzwischen nur noch als Händler und Dienstleister auf und hat die Herstellung von Chips und Chipkarten inzwischen eingestellt. Im Zuge der Neuausrichtung sank die Mitarbeiterzahl bei ACG von mehr als 600 auf knapp 200.

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