Umsatz stagniert dieses Jahr
Kinowelt will weiter einkaufen

Der Medienunternehmer Michael Kölmel hat zwei Hobbys, die er zum Beruf gemacht hat: Filme und Fußball. In beiden Bereichen will der Gründer und Besitzer des Filmrechtehändlers Kinowelt investieren. Einerseits denkt Kölmel über einen neuen TV-Kanal nach, um Spiele der dritten Liga zu übertragen. Andererseits will er die Kinowelt durch Übernahmen stärken.

MÜNCHEN. "Wir schauen uns nach Zukäufen um. Wenn etwas passt, dann schlagen wir zu," sagte Kölmel dem Handelsblatt. Schon in den vergangenen Jahren hat der Unternehmer immer wieder Medienfirmen und umfangreiche Filmrechte eingekauft.

So übernahm Kölmel die Filmbibliothek des gescheiterten Medienunternehmers Leo Kirch und erwarb aus der Insolvenzmasse eine Produktionsgesellschaft. Darüber hinaus stieg er mehrheitlich beim angeschlagenen börsennotierten Filmrechtehändler Intertainment ein. Zuletzt kaufte der gelernte Mathematiker im vergangenen Jahr die Buchhandelskette Zweitausendeins.

Damit will sich der gebürtige Badener aber nicht zufrieden geben. Seien es Filmbibliotheken oder Produktionsfirmen: Kölmel will sein Geschäft ausbauen. Der Expansionskurs ist nicht selbstverständlich, denn der Unternehmer hat Ende 2001 mit der Münchener Kinowelt AG eine der größten Pleiten des Neuen Marktes hingelegt.

Der Selfmademan hatte sich zuvor mit den Großen der Branche angelegt, mit dem Medienmogul Kirch sowie mit Bertelsmann. Mit einem Filmpaket, das er in den USA eingekauft hatte, übernahm sich Kölmel jedoch. Als dann noch die Börse abstürzte und eine Bank ihren Kredit kündigte, brach das Unternehmen zusammen.

Zwei Jahre später baute Kölmel die Kinowelt in Leipzig wieder auf. Inzwischen gehört die Firma wieder zu den großen Spielern im deutschen Filmgeschäft. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um mehr als ein Drittel auf 107 Mill. Euro. Der Gewinn legte von 3,5 Mill. auf knapp fünf Mill. Euro zu. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem ähnlichen Umsatz.

Darin nicht enthalten sind die Umsätze von Zweitausendeins sowie aus den Sportbeteiligungen. Kölmel gehört nicht nur das Leipziger Zentralstadion. Er hat sich auch an der Vermarktung von Fußballclubs beteiligt, darunter dem Erstligisten Karlsruhe, vor allem aber an Regionalliga-Vereinen wie Dynamo Dresden, Union Berlin oder Rot-Weiß Essen.

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