Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert: Dell kann Markt nicht überzeugen

Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert
Dell kann Markt nicht überzeugen

Der weltgrößte Personal-Computer-Hersteller Dell hat im Geschäftsjahr 2004/2005 (28. Januar) dank einer weltweiten Expansion seinen Umsatz und Gewinn stark erhöht. Das Geschäft in Europa wurde besonders deutlich ausgeweitet. Der Markt reagierte aber enttäuscht auf die Tatsache, dass die Zahlen nicht über die Erwartungen hinausgingen. Der Aktienkurs gab im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent nach.

HB ROUND ROCK/SAN FRANCISCO. Der weltgrößte PC-Hersteller Dell hat auch im abgelaufenen Quartal zwar operativ mehr verdient, aber mit einem unerwartet schwachen Geschäftsverlauf Anfang 2005 die Märkte enttäuscht. Konzernchef Kevin Rollins sprach nach Vorlage der Zahlen am Donnerstagabend von einem weiter schwierigen Privatkundengeschäft in den USA. „Die Entwicklung im Januar war etwas schleppender als von uns erwartet“, sagte er Investoren bei einer Telefonkonferenz.

Für das am 28. Januar abgelaufene Schlussquartal des Geschäftsjahres bezifferte Dell den Gewinn vor Sonderposten mit 947 Millionen Dollar oder 37 Cent je Aktie nach 749 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Das Ergebnis lag etwa im Rahmen der Expertenprognosen. Netto, einschließlich einer speziellen Steuerbelastung für die Rückführung im Ausland erzielter Gewinne, verdiente Dell 667 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 13,46 Milliarden Dollar und lag damit knapp unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 13,55 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Firmenkunden stellt bei Dell den Hauptanteil der Erlöse.

Privatkundengeschäft litt unter dem harten Preiswettbewerb

Rollins zufolge ist das Unternehmen auf dem Weg, bis zum Jahresende Erlöse von rund 60 Milliarden Dollar zu erzielen. Dies wäre ein Jahr früher als zunächst anvisiert. Rollins setzte sich zugleich ein langfristiges Umsatzziel von 80 Milliarden Dollar, nannte dafür aber kein Datum. Nach Einschätzung von Analysten könnte Dell dies in drei Jahren erreichen. Zugleich äußerten einige Experten nach den jüngsten Äußerungen des Managements aber die Vermutung, der Konzern strebe mittlerweile wohl nicht mehr - wie noch im November diskutiert - ein kontinuierliches Umsatzwachstum von 18 bis 20 Prozent an, sondern eher 16 bis 18 Prozent.

Während das internationale Geschäft und auch die Nachfrage von Firmenkunden überdurchschnittlich stark wuchsen, legte das Privatkundengeschäft in den USA lediglich um zehn Prozent zu. Zur Begründung verwies Dell auf einen harten Preiswettbewerb, der auf die Margen drückte. Goldman-Sachs-Analystin Laura Conigliaro äußerte sich besorgt, dass Dell das dritte Quartal hintereinander die Erwartungen nicht voll erfüllt habe. „Warum sollten wir also für das laufende Geschäftsjahr oder gar für die Zeit danach optimistisch sein?“, fragte sie bei der Telefonkonferenz. Rollins erwiderte, das US-Firmenkundengeschäft habe Fahrt aufgenommen, was Dell äußerst positiv stimme. Die Anleger reagierten dennoch verschnupft auf die Zahlen: Die Aktien verloren nachbörslich 3,2 Prozent auf 40,23 Dollar. Für das laufende erste Quartal rechnet das im texanischen Round Rock ansässige Unternehmen mit einem Gewinn von 37 Cent je Aktie und einem Umsatzplus zum Vorjahr von 16 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Dies liegt etwa im Rahmen der Analystenprognosen.

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