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Umsatz und Gewinn sinken: Schlechter Jahresstart für die Telekom

In den USA zeichnet sich eine Trendwende zum Guten ab, in Europa kriselt das Geschäft weiter: Die Deutsche Telekom startet mit Umsatzeinbußen ins neue Jahr. Trotzdem gibt sich der Konzern optimistisch.

Es gab schon bessere Zeiten für den Konzern: Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Quelle: dpa
Es gab schon bessere Zeiten für den Konzern: Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Quelle: dpa

BonnDas schwache Geschäft im europäischen Ausland und in den USA hat der Deutschen Telekom zu Jahresbeginn zugesetzt. Der wichtige Heimatmarkt war dagegen der Fels in der Brandung. Dort konnte die Telekom, die derzeit wegen der geplanten Daten-Obergrenze für Festnetzkunden in der Kritik steht, den Rückgang der Einnahmen aus dem Mobilfunkgeschäft im ersten Quartal stoppen, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Trotz der Schwierigkeiten sehen sich die Bonner auf dem richtigen Weg – auch weil sie in allen Regionen die Kundenzahlen steigern konnten.

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Der Konzernumsatz fiel im ersten Quartal um knapp fünf Prozent auf 13,79 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sackte um gut vier Prozent auf 4,29 Milliarden Euro. Dank geringerer Abschreibungen auf die US-Sparte legte der Überschuss hingegen leicht auf 564 Millionen Euro zu.

Vorstandschef René Obermann sieht die Zukunft des US-Geschäfts positiv. „Wir haben wesentliche Probleme gelöst“, sagte er. „Allen voran sind die Kundenzahlen in den USA endlich wieder im Aufwind. Die positiven Regulierungsentscheidungen schaffen die Basis für unseren geplanten Breitbandausbau.“

Bei T-Mobile USA konnte die Telekom erstmals seit 15 Quartalen wieder einen Kundenzuwachs unter eigener Marke verzeichnen. Zwar wandern lukrative Vertragskunden weiter ab, der Strom wurde aber stark gedrosselt, die Abgänge durch Vorauszahler mehr als wettgemacht.

Fakten zur Telekom

  • Nummer eins in Europa

    Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro das größte europäische Telekommunikationsunternehmen. Die drei Säulen des Konzerns sind Festnetz, Mobilfunk und die Großkundensparte T-Systems.

  • Ein Erbe der Bundespost

    Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1989 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

  • Ein Global Player ...

    Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in etwa 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. Weltweit beschäftigt sie knapp 230.000 Menschen, in Deutschland sind es 67.000 Beschäftigte.

  • ... mit Problemen in den USA

    T-Mobile USA kommt nicht an die Marktführer AT&T und Verizon heran und litt lange unter einem Schwund von Vertragskunden. Nun setzt das Unternehmen seine Hoffnungen auf den Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass die neue Strategie verfängt, die Kundenzahl ist zuletzt wieder deutlich gewachsen.

Der Exodus der vergangenen Jahre wirkte aber nach. Der Umsatz fiel um acht Prozent auf 3,54 Milliarden Euro. Nach einem monatelangen Hin und Her hatte die Telekom ihre Mobilfunk-Tochter mit dem kleineren börsennotierten Wettbewerber MetroPCS verheiratet und an die Wall Street gebracht. So aufgestellt will Obermann den Kampf mit den größeren Rivalen Verizon, AT&T und Sprint Nextel aufnehmen.

Im April hatte T-Mobile USA einen der Hauptgründe für den Kundenschwund abstellen können - das Fehlen des begehrten iPhones im Programm. Als letzter der vier großen landesweiten Anbieter hat nun auch die Telekom-Tochter diesen Verkaufsschlager. Auch der andere Grund für die Abwanderung ist in Arbeit: die Netzqualität. Das Netz wird ausgebaut. Gemeinsam mit MetroPCS wird T-Mobile zudem die Billigstrategie weiterfahren. Niedrig-Tarife bei gleichzeitig wegfallenden Subventionen für neue Handys sollen Kunden anlocken.

Düster sieht es hingegen für die Europa-Sparte aus: In mehreren südeuropäischen Ländern hatten Regulierer niedrigere Preise erzwungen. Auch zeigen sich Kunden angesichts des Konjunktureinbruchs wegen der Schuldenkrise knauseriger. Die Erlöse fielen um sieben Prozent auf 3,33 Milliarden Euro, der operative Gewinn sogar um knapp neun Prozent auf 1,09 Milliarden Euro.

Gut lief das Deutschland-Geschäft. Der Umsatz blieb mit 5,6 Milliarden Euro beinahe konstant. Nach einem Minus von 2,2 Prozent im Vorquartal war der Serviceumsatz mit Mobilfunkkunden nun stabil. Hohe Werbeausgaben und Investitionen ins eigene Netz drückten den operativen Gewinn zwar um knapp vier Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, hielt die Konkurrenz aber auf Abstand.

Und die ist groß: Im Mobilfunk sind es Vodafone, E-Plus und Telefónica, im wichtigen Festnetz-Internet die Kabelnetzbetreiber. Im Mobilfunkmarkt spüren alle Wettbewerber den hohen Preisdruck. Was den preisbewussten Nutzer freut, lässt bei sämtlichen Anbietern die Gewinne schrumpfen.

In Deutschland stehen die Bonner derzeit wegen der geplanten Tempo-Bremse für Festnetz-Flatrates in der Kritik. Die Telekom hatte am 2. Mai zunächst für Neukunden monatliche Daten-Obergrenzen eingeführt, ab denen die Internet-Geschwindigkeit drastisch gedrosselt werden darf. Die Tempo-Bremse soll frühestens im Jahr 2016 greifen. Der Konzern verweist auf die hohen Kosten für den Netzausbau und das stetig steigende Daten-Volumen.

  • 08.05.2013, 11:01 UhrHarlemjump


    Wer Telekom- oder Commerzbank-Aktien im Depot hat fürchtet auch keine Bankräuber mehr ...

  • 08.05.2013, 10:22 UhrProTraffic

    Traffic auf den Telekommunikatiosnleitungen kostet Geld! Im B2B-Geschäft werden Telekommunikationsnetze nach Datenmengen berechnet. Z.B. braucht man für geringe Datenmengen nur preiswerte Technik installieren, die z.B. nur 100 Mbit/s schafft. Bei extrem hohen Traffic muß man Hardwareysteme vorhalten, die z.B. 10 Gbit/s schaffen (Glasfasernetze im Enterprise-, Metro- oder überregionalen Netzbereich). Multiplex- und Demultiplexsysteme, Daten- und Taktrecoveryhardware uvm. sind für die jeweiligen Datenmengen zu installieren. Die Hohen Datenraten kosten mehr Geld als die niedrigen. Schade, daß unsere Berichterstatter diesen einfachen Zusammenhang nicht herstellen können.

  • 08.05.2013, 10:16 UhrAnonym

    Marketing besteht aus Produkt-,Preis-,Distributions- und Kommunikationspolitik (Marketing Semester 2).

    Produkt: Mangelhaft weil es scheinbar nichtmal 3% extreme Nutzer verträgt.
    Preis: Es sind Preissteigerungen angekündigt und notwendig, wenn zukünftige Kundenabwanderungen (pers. Meinung ~10% => 0,5 Mrd. Euro Einnahmeausfälle) die Gewinne drücken.
    Kommunikation: Mangelhaft oder wie will man sonst das "Verkaufen" des neue Tarifmodell zum 2.5. bezeichnen.
    Distribution: Wer ungezwungen/freiwillig ~20 Millionen Analog/ISDN Kunden kündigen will, macht meiner Meinung nach was falsch. Speziell wo die Konkurrenz im eigenen Haus (Congstar) auch noch günstiger ist.

    Die Telekom wandelt sich scheinbar z. Zt. vom Anbieter für Internet/Telefon&Co zum reinen Anschluss(technik) Anbieter. Ob das gut gehen kann, mag bezweifelt werden.

    Zahlen von: de.statista.com/themen/124/deutsche-telekom/

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