Umsatz weiter geschrumpft
Software AG erhöht Ergebnis-Prognose

Die Darmstädter Software AG hat im dritten Quartal 2003 auf Grund von Kosteneinsparungen ein höheres operatives Ergebnis erzielt als von Analysten erwartet. Dies soll sich auch im Gesamtjahr positiv bemerkbar machen. Die bislang vom Datenbank-Spezialisten erwartete Nachfragebelebung nach Informationstechnologie blieb im dritten Quartal jedoch aus.

HB FRANKFURT. Die Nummer Zwei der deutschen Software-Branche hinter SAP teilte am Donnerstag mit, die Restrukturierungserfolge machten im Gesamtjahr ein besseres operatives Ergebnis möglich als bislang erwartet. „Vom zweiten Halbjahr 2004 an werden wir mit neuen Produkten auch wieder zusätzliche Umsätze generieren“, prognostizierte der seit Anfang Oktober amtierende Vorstandschef Karl-Heinz Streibich.

Im dritten Quartal erzielte die Software AG ein operatives Ergebnis (Ebt) von 9,6 Mill. € nach 7,9 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz schwächte sich zum Vorjahr um rund 14 % auf 99,5 Mill. € ab. Von Reuters befragte Analysten hatten beim Ebt mit 8,3 Mill. € und beim Umsatz mit 102,4 Mill. € gerechnet.

Das im Konzern dominierende Geschäft mit Software-Lizenzen und Wartungsarbeiten litt unter dem weiterhin schwachen Dollar-Kurs. „Der Rückgang im Produktbereich resultierte allein aus der allgemeinen Euro-Stärke“, teilte das Unternehmen mit. Die Software AG erzielt rund die Hälfte ihrer Gesamterlöse außerhalb des Euro-Raums, rund ein Drittel in den USA. Eine schwache Nachfrage im deutschen Markt und Margendruck führten zudem bei den Projektdienstleistungen zu Erlöseinbußen.

Die von massiven Entlassungen begleitete Umstrukturierung des Unternehmens in den vergangenen beiden Jahren ist mittlerweile abgeschlossen. „Die durchgeführte Restrukturierung zeigt eine deutliche Verbesserung der Kostenstruktur und bewirkte eine Ergebnisverbesserung“, sagte Streibich.

Auf Grund der um bis zu 35 % gesunkenen Kosten hob die Unternehmensführung die Prognose für das operative Ergebnis im laufenden Jahr an. Statt dem bisher in Aussicht gestellten konstanten operativen Ergebnis rechnet der Vorstand nun mit einem Zuwachs von zehn bis 15 % zum Vorjahreswert von 32 Mill. €. Das Nachsteuerergebnis soll trotz der Kosten für Restrukturierung positiv ausfallen. Beim Umsatz werden zum Jahresende 410 bis 415 Mill. € erwartet, nach 475 Mill. € im Vorjahr.

Für das Geschäftsjahr 2004 äußerte sich die Führungsspitze „vorsichtig optimistisch“. Bei unveränderten Wechselkurse könnte sich der Umsatz stabilisieren. Das Ergebnis werde steigen, da unter anderem mit weiteren positiven Effekten aus dem Kosteneinsparungsprogramm und Veränderungen bei den Abschreibungsregeln zu rechnen sei.

Analysten äußerten sich uneinheitlich. Felix Ellmann, Analyst bei SES Research, beurteilte die Geschäftszahlen und den Ausblick als eine Bestätigung seiner Erwartungen. Für Torsten Schellscheidt, Analyst bei der WestLB, bieten die Software-Zahlen dagegen angesichts der gegensätzlichen Umsatz- und Ergebnisentwicklung ein gemischtes Bild. Theo Kitz, Analyst bei Merck Finck, sagte, „am Ende des Tages zählt, dass sie die Prognose für das operative Ergebnis angehoben haben."

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