Umsatzeinbruch bei RIM
Wie Thorsten Heins Blackberry retten will

Zehn Wochen im Amt - und lauter schlechte Nachrichten: CEO Thorsten Heins meldet Gewinn- und Umsatzeinbußen bei Blackberry-Hersteller RIM. Nun helfen nur noch radikale Maßnahmen
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San FranciscoDie Lage bei RIM verschärft sich dramatisch. Der Umsatz des Blackberry-Herstellers lag im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres mit 4,2 Milliarden Dollar deutlich unter Vorjahr und unter den eigenen Vorhersagen. Statt eines Gewinns musste ein Nettoverlust von 125 Millionen Dollar ausgewiesen werden.

Angesichts des zusammenfallenden Marktes beschloss der neue Vorstandschef Thorsten Heins als erstes, keine Prognosen mehr für die Ergebnisse oder den Geräteverkauf abzugeben, und feuerte zugleich eine Reihe von Top-Managern. Er will den Konzern jetzt radikal umbauen - selbst einen Verkauf schließt er nicht mehr aus.

Die Zeit wird knapp, der neue Vorstand schaltet in den Panikmodus. Es war das fünfte Mal in Folge, dass RIM seine Prognosen nicht einhalten konnte. Im Dezember 2011 war für das Quartal noch mit einem Umsatz von 4,6 bis 4,9 Milliarden Dollar gerechnet worden und einem Absatz von elf bis zwölf Millionen Blackberrys. Tatsächlich endete der Umsatz 19 Prozent niedriger als im dritten Quartal und 25 niedriger als im Vorjahresquartal.

Mit 11,1 Millionen verkaufter Smartphones wurde noch mal so gerade eben die untere Schätzmarke erreicht, aber die Bruttomargen schrumpfen, weil sich zum großen Teil nur noch billige Einsteigermodelle verkaufen. Die Top-Modelle haben kaum Chancen gegen Apple oder die Google-Konkurrenz mit Android. Das gilt vor allem für den Kernmarkt USA, aus dem nur noch 17 Prozent des Umsatzes kommen, verglichen mit 20 Prozent im Vorjahresquartal.

Alle Probleme zusammen summierten sich auf einen Abschreibungsbedarf auf unverkaufte Smartphones und Goodwill von zusammen 355 Millionen Dollar. Wie es im neuen Geschäftsjahr 2013, das gerade begonnen hat, weitergehen wird, kann Heins nicht mehr einschätzen. Er erklärte im Gespräch mit Analysten lediglich, er erwarte „anhaltenden Druck auf Umsätze und Erträge über das gesamte Finanzjahr.“

Für CEO Heins war die Ergebnisvorstellung die letzte Gelegenheit, sich aus dem Schatten seiner Vorgänger zu befreien. Er tat es gründlich, verzichtete im Analystengespräch weitgehend auf die üblichen Durchhalteparolen und die Abwiegelungstaktik, mit der Mike Lazaridis und Jim Balsillie die Probleme des Unternehmens lange herunterzuspielen versucht hatten.

Unumwunden gab er zu: „Der Eindruck, den ich von RIM nach zwei Tagen als CEO hatte, unterscheidet sich erheblich von dem, den ich nach zehn Wochen als CEO habe.“ Er fügte zu: „Ich bin überzeugt, dass grundlegende Änderungen notwendig sind.“ Ein Fakt, den Balsillie und Lazaridis bis zuletzt so nicht eingestehen wollten.

Analysten zeigten sich enttäuscht: Die Ergebnisse entsprächen zwar im weitesten Sinne noch den Erwartungen, aber diese seien schon schwach gewesen, sagte Colin Gillis von BGC Partners. „Es gibt keine Anzeichen für eine Trendwende.“ Die in den USA notierte RIM-Aktie brach nachbörslich um bis zu neun Prozent ein. Seit Februar 2011 hat das Papier rund 80 Prozent an Wert verloren.

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  • Der Eindruck, den ich von RIM nach zwei Tagen als CEO hatte, unterscheidet sich erheblich von dem, den ich nach zehn Wochen als CEO habe.

    Intressant.
    Er musste also erst CEO werden um zu erkennen was mit dem Unternehmen indem er schon mehrere jahre tätig ist los ist.

  • Die Idee mit der Navigation macht Sinn. Die bislang beste Lösung, die ich kenne, ist die kostenlose Navigation auf Nokia Symbian und Windows Phone, die offline arbeitet.

  • Kann meinem Vorredner nur zustimmen - tolle Geräte allerdings nicht für den Massenmarkt. Wesentlich funktionaler und anwendungsfokusierter als als andere überbewertete Smartphones.

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