Umsatzeinbruch
Experten sehen SAP-Geschäftsmodell in Gefahr

Quartalszahlen, die schlechter als erwartet ausfielen, und ein düsterer Ausblick auf das Gesamtjahr wecken Zweifel an der Zukunftsfähigkeit von SAP. Der Aktienkurs des größten europäischen Softwarekonzerns fiel nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als sieben Prozent. Analysten fürchten, dass SAP bereits an einem Wendepunkt seines Geschäftsmodells angelangt sein könnte.
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DÜSSELDORF. Im wichtigsten Geschäftsbereich, dem Verkauf von Lizenzen für Unternehmenssoftware, stürzte der Umsatz im dritten Quartal um fast ein Drittel - nach ähnlichen Einbrüchen in den beiden Vorquartalen. Der Gesamtumsatz, der sich auch aus Einnahmen aus Wartungsverträgen und Schulungen speist, sank im selben Zeitraum um neun Prozent auf 2,508 Mrd. Dollar. Das Betriebsergebnis fiel um ein Prozent auf 606 Mio. Euro.

Und eine rasche Erholung scheint nicht in Sicht: Während Technologiekonzerne wie Microsoft, Intel und IBM mit guten Quartalzahlen und optimistischen Prognosen ein Ende der Krise andeuteten, korrigiert SAP die Ziele fürs laufende Jahr weiter abwärts. "Wir sehen Zeichen einer Stabilisierung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Dessen ungeachtet bleibt unser Geschäftsumfeld weiterhin herausfordernd", räumte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt ein. Der Umsatz im Kalenderjahr 2009 werde sechs bis acht Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr.

Jochen Klusmann, Analyst bei der BHF-Bank, ist über den Ausblick entsetzt: "Das passt überhaupt nicht zusammen mit der positiven Stimmung, die andere IT-Firmen verbreiten", argwöhnt er. Vor allem, da Vorstandschef Leo Apotheker zuvor selber eine Marktbelebung in Aussicht gestellt hatte.

Doch selbst eine Erholung der Konjunktur dürfte nach Einschätzung von Experten die Probleme von SAP nicht lösen. Denn das Geschäftsmodell stützt sich stark auf den Verkauf von Softwarelizenzen an Großkonzerne - und dieser Markt ist weitgehend gesättigt.

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