Umsatzplus
Springer wächst im digitalen Geschäft

Das Printgeschäft von Springer schrumpft, doch mit dem Wachstum im digitalen Geschäft legt der Medienkonzern weiter zu. Erstmals wird die Hälfte des Umsatzes im Netz erwirtschaftet.
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BerlinDer Axel-Springer-Verlag verdient immer mehr Geld mit dem Internet und will sein digitales Geschäft mit Übernahmen ausbauen. Nach dem Verkauf von großen Teilen seines traditionellen Printgeschäfts an die Funke-Gruppe für 920 Millionen Euro und einem guten Start ins Jahr haben die Berliner reichlich Geld in der Kasse. Die Finanzlage biete viel Spielraum für Wachstum, sagte Konzernchef Mathias Döpfner am Dienstag. „Wir sehen eine äußerst gut gefüllte Liste mit potenziellen Akquisitionen in den drei strategischen Kernfeldern.“ Zur Vorlage der Zahlen für das erste Quartal kündigte der Konzern zudem eine Übernahme für 165 Millionen Euro in Israel an.

Springer setzt immer stärker auf das Internet. Hier will der Herausgeber von „Bild“ und „Welt“ expandieren und kauft vor allem profitable Marktführer. Chancen gebe es in den drei Sparten Vermarktung, Rubriken und Bezahlangebote, sagte Döpfner und betonte: „Wir lassen uns Zeit.“ Vollzug meldeten die Berliner beim Kauf vom führenden israelischen Rubrikenportal yad2, wo vor allem Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen eingestellt werden. Medien-Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe bezeichnete den Kaufpreis als „sehr ambitioniert“. Der neue Springer-Finanzchef Julian Deutz hingegen nannte die Summe „absolut angemessen“.

Die Konzentration auf das Internet macht sich für die Berliner zunehmend bezahlt. „Dass wir erstmals mehr als die Hälfte bei Umsatz und Gewinn im digitalen Geschäft erwirtschaften, ist eine symbolische Wegmarke“, sagte Döpfner. Insgesamt stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beim fortgeführten Geschäft zwischen Januar und März binnen Jahresfrist um 13,6 Prozent auf 118,4 Millionen Euro und der Umsatz um 4,4 Prozent auf 692,3 Millionen Euro. Dank der digitalen Sparten konnte der Konzern rückläufige Erlöse im Printgeschäft wegstecken. Zum Gewinn steuerten die digitalen Medien rund zwei Drittel bei. Der Konzernüberschuss kletterte um rund 23 Prozent auf 65,6 Millionen Euro.

Analyst Stefan Wimmer von der Privatbank Metzler sprach von sehr guten Zahlen: „In allen wichtigen Bereichen wurden die Erwartungen übertroffen.“ Die im MDax notierten Springer-Aktien lagen rund ein Prozent im Plus, während der Leitindex DAX im Minus tendierte. Für 2014 peilt Springer ein Gewinnplus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Der Umsatz soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Welt und N24 sollen verzahnt werden

Die Eingliederung des Ende 2013 gekauften Nachrichtensenders N24 nimmt derweil konkrete Formen an. „Unsere Strategie sieht eine Gesellschaft, einen Standort, eine Führung vor“, sagte Springer-Vorstand Jan Bayer im Reuters-Interview. Deshalb werde derzeit der Umzug von N24 in die Zentrale des Berliner Medienhauses geprüft. „Wir wollen einen gemeinsamen Auftritt schaffen, der alles bietet: Texte, Fotos und vor allem Bewegtbild“, sagte Bayer. Spätestens zum 1. Januar 2015 solle die neue Gesellschaft WeltN24 GmbH stehen.

Das Bundeskartellamt hatte vor kurzem den Verkauf von Regionalzeitungen („Hamburger Abendblatt“), TV-Zeitschriften („Hörzu“) und Frauenzeitschriften („Bild der Frau“) an die Funke Gruppe endgültig abgesegnet. Offen ist die Gründung zweier Gemeinschaftsfirmen für Anzeigenvermarktung und Vertrieb. (Redigiert von Alexander Ratz)


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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