Umsatzprognose drastisch gesenkt
Intel schockt Märkte mit Umsatzwarnung

Der weltgrößte Computerchip-Hersteller hat die Umsatzprognose für das laufende erste Quartal drastisch gesenkt. Hintergrund sind eine nachlassende Nachfrage sowie der Verlust von Marktanteilen. Die Nachricht traf die Börse wie ein Hammerschlag.

HB SANTA CLARA. Die Intel-Aktie gab zeitweise um mehr als drei Prozent auf den niedrigsten Stand seit 17 Monaten nach und zog die US-Börsen ins Minus. Über Kursgewinne konnte sich hingegen Rivale Advanced Micro Devices (AMD) freuen. Später erholte sich Intel deutlich, notierte aber weiter im Minus. AMD drehten später ins Minus.

Intel begründete die schlechtere Prognose mit einer schwachen Nachfrage und dem Verlust von Marktanteilen. Analysten zufolge resultieren die eingetrübten Aussichten des Branchenprimus vor allem aus dem harten Wettbewerb mit AMD. Trotzdem seien negative Auswirkungen auf den Markt zu erwarten.

„Das ist überhaupt keine Überraschung“, urteilte Analyst Apjit Walia von RBC Capital Markets. Seit Anfang Januar sei eine sinkende Nachfrage und ein Anstieg der Lagerbestände zu beobachten gewesen. „Intel ist vor ein paar Quartalen in gefährliches Fahrwasser geraten“, fügte er hinzu. „Sie sehen ihre Marktanteile schwinden.“

Intel werde zwar nicht verdrängt, verliere jedoch massiv Marktanteil an AMD, sagten Analysten. „Das werden sie auf jeden Fall im kommenden Jahr und vielleicht noch einige Jahre lang zu spüren bekommen“, urteilte Eric Ross von Thinkequity. „Ich denke, sie werden sich von einem 80-prozentigen Anteil in den nächsten Jahren eher auf einen 70-prozentigen zubewegen“. Von dem eingetrübten Ausblick selbst zeigte sich auch Kevin Rottinghaus von FTN Midwest Research nicht überrascht, wohl aber vom Ausmaß.

Intel rechnet für das erste Quartal nunmehr mit Erlösen zwischen 8,7 und 9,1 Mrd. Dollar. Bislang war das Börsenschwergewicht von 9,1 bis 9,7 Mrd. Dollar ausgegangen. Analysten hatten für das erste Quartal mit 9,393 Mrd. Dollar gerechnet. Intel-Aktien gaben bis zum späten Vormittagshandel um mehr als 2,2 Prozent auf 20,02 Dollar nach. Die Papiere von AMD notierten hingegen zum gleichen Zeitpunkt rund ein halbes Prozent im Plus bei 41,50 Dollar. Die Zahlen für das Quartal will Intel am 19. April vorlegen. Dann werde es auch einen neuen Ausblick geben.

Die US-Börsen und der Deutsche Aktienindex (Dax) hatten zunächst geschockt und mit deutlichen Verlusten reagiert. Analysten warnten vor negativen Auswirkungen auf die gesamte Stimmung der Branche: „Intel ist Anführer am Halbleitermarkt. Sie sind die Nummer eins. Die Intel-Situation ist zwar Intel-spezifisch, aber der gesamte Markt wird darauf negativ reagieren. Das ist so ein unglaublich einflussreicher Konzern“, sagte Ray Rund von Shaker Investments.

Erst am Donnerstag hatte es Medienberichte gegeben, wonach Intel mit Google einen seiner großen Kunden an einen wichtigen Rivalen verloren. Google soll demnach künftig Prozessoren von AMD statt von Intel für seine großen Server nutzen. Der Suchmaschinenbetreiber habe bei seinen Einkäufen für seine insgesamt 200 000 Server bereits begonnen, auf die „Opteron“-Chips des Intel-Konkurrenten umzustellen, hieß es.

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