Umsatzsprung
Apple schafft wieder neue Rekorde

Der Technologie-Konzern Apple hat im ersten Quartal des Jahres den Gewinn deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz betrug 39,2 Milliarden Dollar. 35 Millionen iPhones wurden verkauft.
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CupertinoEin Monsterquartal. Mit einem Umsatz von 39,2 Milliarden Dollar und einem Nettogewinn von 11,6 Milliarden Dollar schloss Apple das zweite Geschäftsjahresquartal (zum 31. März) ab. Diese Ergebnisse übertrafen die durchschnittlichen Analystenschätzungen und die Apple-eigenen Vorgaben signifikant. iPhone und iPad verkaufen sich weiter prächtig. Die Apple-Aktie durchbrach am Dienstag nachbörslich kurzzeitig die 600-Dollar-Marke. Bei Börsenschluss leuchteten noch 560,28 Dollar von der Kurstafel. Wer auf einen Kurssturz gewettet hatte, wurde mal wieder auf dem falschen Fuß erwischt.

Jefferies-Analyst Peter Misek hatte es auf andere Weise eiskalt erwischt. Noch am Morgen hatte der bekennende Apple-Optimist die Schätzungen für den iPhone-Absatz auf 28 bis 30 Millionen von 32 Millionen zurückgenommen. Als Begründung nahm er die unerwartet schwachen Verkaufszahlen im Quartal bei AT&T, die um 43 Prozent eingebrochen waren. Doch die USA spielen schon längst nicht mehr die ausschlaggebende Rolle für Apple. Über 60 Prozent der iPhones werden außerhalb der USA aktiviert, in China ging das iPhone 4S an den Start und entsprechend gewaltig war das Echo. Mit 35,1 Millionen iPhones, ein Plus von 88 Prozent zum Vorjahresquartal, wurde der Weihnachtsrekord von 37 Millionen Smartphones nur knapp verfehlt. Im Vordergrund stand der asiatisch-pazifische Raum, so CEO Tim Cook im Analystengespräch, und die Entwicklung in der Volksrepublik China sei schlicht „überwältigend“. Der Gesamtumsatz von Apple in der Volksrepublik China im Quartal lag bei 7,9 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im ganzen Geschäftsjahr 2011 waren es noch 13,9 Milliarden. „Für jeden, der China versteht, eröffnen sich hier enorme Möglichkeiten“, so Cook. „Und wir versuchen alles, um China zu verstehen.“

Im laufenden Quartal wird es allerdings einen Rückgang bei den iPhone-Verkäufen geben, warnte Cook im Analysten-Gespräch. Das liege zum einen daran, dass man in diesem Januar sehr viel Auftragsrückstände aus dem Dezember abgearbeitet und verbucht habe und außerdem im Quartal zusätzlich 2,6 Millionen iPhones nur in die Aufstockung der Inventarreserven für den Handel gewandert seien. Jetzt sei der gewünschte Vorrat für vier bis sechs Wochen aber aufgebaut.

Ebenfalls heftig nachgefragt war das iPad, mit 11,8 Millionen Einheiten, einem Zuwachs von 151 Prozent zum Vorjahr. Allerdings wurden hier die Analysten-Erwartungen nur gerade eben so erreicht. Weiterhin gelte „wir verkaufen alles, was wir nur herstellen können“, so Cook zur angespannten Liefersituation beim neuen Modell. Mit zu der Verknappung trägt eine stärkere Verbreitung im Schulbereich bei. Der Schuldistrikt von San Diego etwa habe alleine 10 000 iPads im Quartal gekauft und werde weitere 15000 in diesem Quartal kaufen. Andere US-Schulbehörden wollten ebenfalls kaufen.

Still und einsam stirbt da der iPod vor sich hin: der Absatz von 7,7 Millionen Geräten hinterlässt ein Minus von 15 Prozent. Der Abwärtstrend hält nun schon seit 2008 an.

An liquiden Mitteln haben sich mittlerweile rund 110 Milliarden Dollar aufgehäuft, 14 Milliarden Dollar Cash Flow waren im Quartal hinzugekommen. CEO Cook erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass Apple in diesem Quartal die Dividendenzahlung aufnehmen werde.

Für das laufende Quartal erwartet Finanzchef Peter Oppenheimer jetzt einen Umsatz von 34 Milliarden Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 8,68 Dollar. Sinken werde auch die Bruttomarge, die im abgelaufenen Quartal noch 47,4 Prozent betragen habe. Die eigenen Erwartungen hat Apple in den vergangenen Quartalen jedoch immer übertroffen. Insofern rechnen Beobachter mit Kennzahlen die 10 bis 20 Prozent über den Prognosen des vorsichtigen Finanzvorstands Peter Oppenheimer liegen werden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Apple ist keine Firma, sondern eher ein "Must Have" Glaube! Die verkaufen Emotionen und Design.
    Aber: Aktie wird nicht immer weiter in den Himmel steigen, denke ich! Nun raus und abwarten!

  • P/E-Ratio ca. 16, schuldenfrei (!!!), Marktführer im Premium-Bereich, weltweit superstarke Brand auf einem Level von Nike / Coca Cola, der absolute Wahnsinn die Firma.
    Man sucht und such das Haar in der Suppe, aber man findet keins.

  • Wieder galaktische Zahlen, die den Markt treiben - korrekt. Habe auf den Index gesetzt und gewonnen. Aber Marktkapitalisierung > BIP CH und diese Indexgewichtung? Kaufen würde ich Apple jetzt nicht. Egal, Taschen voll machen, solange es geht!

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