Umsatzziele sind Analysten aber nicht aggressiv genug
Bouygues verdient am Bau und im Mobilfunk

Ein starkes Wachstum im Bau- und im Mobilfunkgeschäft hat dem französischen Mischkonzern Bouygues gute Halbjahreszahlen beschert. Das Unternehmen steigerte seinen Nettogewinn um 39 Prozent auf 384 Mill Euro. Das operative Ergebnis kletterte im ersten Halbjahr um 23 Prozent auf 853 Mill. Euro. Dies entspricht in etwa den Erwartungen der Analysten.

ste PARIS. Wegen der für Ende des Jahres geplanten Kapitalerhöhung in Höhe von 250 Mill. Euro seien Nettogewinn und operatives Ergebnis im Berichtszeitraum mit 30 Mill. belastet worden, teilte das Unternehmen mit. Das starke Umsatzwachstum sorgt bei Bouygues aber für Optimismus: Das Unternehmen erhöhte seine Absatzprognose für das laufende Jahr von 23,1 Mrd. Euro auf 23,6 Mrd. Euro.

„Die Zahlen sind gut“, kommentierte Conrad Werner von Morgan Stanley in London. Bouygues profitiere von einer guten Stellung als Nummer drei im französischen Mobilfunkbereich, wo es mit SFR und Orange lediglich zwei weitere Wettbewerber gebe. Außerdem sei die Baubranche in Frankreich – anders als etwa in Deutschland – stark im Aufwind. Dennoch hält Werner die Steigerung der Umsatzprognose für nicht aggressiv genug. Damit erklärt er auch, dass die Aktie an der Pariser Börse leicht nachgab.

Traditionell fährt Bouygues, dessen Vorstand und Aktionärskreis familiäre Strukturen aufweist, eine eher vorsichtige Strategie und setzt auf Wertsteigerung und Diversifizierung. Neben dem Stammgeschäft Bauen (Bouygues Construction, Bouygues Immobilier, Colas) ist der Konzern im Telekommunikations- und Medienbereich aktiv und hält große Anteile am privaten Fernsehsender TF1 (41,6 Prozent) und dem Mobilfunkanbieter Bouygues Telecom (83 Prozent). Das Unternehmen ist in 80 Ländern vertreten und zählt mehr als 113 000 Mitarbeiter.

Dank eines guten Baugeschäfts konnte Bouygues Construction, den Nettogewinn im ersten Halbjahr um 50 Prozent auf 96 Mill. Euro steigern. Für einen Gewinnschub sorgte auch ein neuer Auftrag für die Tochter Colas zur Verlegung von Eisenbahngleisen für den TGV Est (Paris-Ostfrankreich-Süddeutschland). Colas, das weltweit größte Straßenbauunternehmen, verzeichnete ein Gewinnwachstum von 53 Prozent.

Auch das Telekommunikationsgeschäft wächst rasant: Der Mobilfunkanbieter Bouygues Telecom erhöhte das Nettoergebnis um 39 Prozent auf 219 Mill. Euro. Der Chef von Bouygues Telecom, Gilles Pélisson, hat derweil dementiert, zur französischen Hotelgruppe Accor wechseln zu wollen. „Ich bin zu 200 Prozent bei Bouygues Telecom zu Hause“, erklärte er. Pélisson, Neffe eines der Accor-Gründer, wird als möglicher Nachfolger des scheidenden Hotelgruppenchefs Jean-Marc Espalioux gehandelt.

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