Umstrittenes Service-Programm
Telekom stößt auf Widerstand

Das geplante Service-Programm der Deutschen Telekom stößt bei Arbeitnehmervertretern und Experten auf Skepsis. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will das Programm nicht mittragen.

DÜSSELDORF. „Das ist mit uns nicht zu machen“, sagte Lothar Schröder vom Verdi-Bundesvorstand dem Handelsblatt. „Wir sind nicht bereit, derartige Angriffe auf die Konditionen zuzulassen.“ Die Telekom hatte am Dienstagabend angekündigt, dass sie 45 000 Techniker und Service-Mitarbeiter aus der Festnetzsparte T-Com heraustrennen und in eine neue Einheit mit dem Namen „T-Service“ verlagern will. Um wettbewerbsfähig zu werden, müssten die Mitarbeiter aber Einbußen beim Gehalt hinnehmen. Die Telekom zahle etwa für Callcenter-Mitarbeiter 30 bis 50 Prozent mehr als am Markt üblich seien, sagte Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Im Gegenzug will die Telekom nach 2008 kein weiteres Personal abbauen.

Mit T-Service versucht die Telekom, ihre Kosten zu senken. Konzernchef Kai-Uwe Ricke will fünf Mrd. Euro bis 2010 sparen. Dies ist Teil eines Sieben-Punkte-Programms, mit dem er die Telekom aus der Krise holen will. In die ist der Konzern im ersten Halbjahr geschlittert: Die Telekom hat eine Million Kunden im Festnetz verloren und ist in Deutschland in keiner Sparte mehr gewachsen. Ricke musste daraufhin seine eigene Prognose für den Gewinn und den Umsatz für dieses sowie das kommende Jahr drastisch reduzieren. Um seinen eigenen Kopf zu retten ist Ricke auf die Stimmen der Arbeitnehmer angewiesen. Die haben ihn in der Vergangenheit unterstützt, weil er beim Personalabbau vorsichtig vorgegangen ist.

„Wir haben jetzt die Chance, Mitarbeiter in Arbeit zu halten. Da sollte man eine ausgestreckte Hand nicht abschlagen“, sagte ein Telekom-Sprecher mit Blick auf die Äußerungen Schröders. Der bezweifelt jedoch, dass das Programm langfristig tatsächlich Arbeitsplätze rettet. „Ich bin skeptisch, ob die Telekom damit wirklich ihren Abbauplan gänzlich beiseite legt“, sagte Schröder.

Die Telekom will bis Ende 2008 insgesamt 32 000 Mitarbeiter abbauen. Am Wochenende hatten Berichte über ein Vorstandspapier die Runde gemacht, wonach die Telekom nach 2008 weitere 23 000 Stellen streichen will. Klinkhammer hatte das dementiert.

Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfahren hat, existiert diese Zielgröße aber tatsächlich. Richtig sei aber auch, dass die Telekom kein Abbauprogramm mehr auflegen will. Die 23 000 Stellen will sie durch natürliche Fluktuation und den Verkauf von Unternehmensteilen erreichen. Per Fluktuation verlassen jährlich rund fünf Prozent der Mitarbeiter die Telekom. Das entspricht bei knapp 170 000 Beschäftigten in Deutschland 8 500 Mitarbeitern pro Jahr.

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