Umstrukturierung bei SBS und T-Systems
IT-Dienstleister kämpfen um den Anschluss

Für die IT-Dienstleistungstöchter der Deutschen Telekom und von Siemens wird 2006 zum Schicksalsjahr. Die Muttergesellschaften von T-Systems und SBS ziehen die Daumenschrauben an. Es wird umstrukturiert und Personal abgebaut. Die Neuordnung ist auch dringen vonnöten.

FRANKFURT / MÜNCHEN. „Ich gehe davon aus, dass Anbieter wie SBS und T-Systems in 18 Monaten nicht mehr annähernd so aussehen werden wie heute“, sagt Peter Kreutter vom Institute for Industrial Organization der Managementschule WHU Vallendar. Während T-Systems noch am Anfang des Umbaus steht, hat Siemens-Chef Klaus Kleinfeld bereits Fakten geschaffen. Vergangene Woche kündigte er an, seinen hoch defizitären Münchener IT-Dienstleister SBS mit vier ausländischen IT-Töchtern zu verschmelzen. Es entsteht ein Bereich mit rund fünf Mrd. Euro Umsatz, der viele Beschäftigte in Niedriglohnländern hat. So wird die Sparte, die Siemens IT Solutions and Services (SIS) heißen wird, über geringere Kosten wettbewerbsfähiger.

Zudem hat SIS eine wesentlich größere Produktpalette. Denn die ausländischen Töchter sind sehr stark in der Software für Fabriken und Produktionsabläufe engagiert. „Für den neuen Bereich ist entscheidend, dass das Angebot jetzt größer ist. SIS kann vor allem in der technischen IT sowie in deren Integration mit der kommerziellen IT punkten“, sagt Christophe Châlons vom Beratungshaus PAC. Dieses Feld sei lange nicht so gesättigt wie andere.

SBS und T-Systems haben seit Jahren die gleichen Probleme. Sie sind stark auf den Heimatmarkt konzentriert und haben für das schwierige deutsche Geschäft zu viele Mitarbeiter. Lothar Pauly, Vorstandschef von T-Systems, hat das Problem erkannt. Rund 5 500 Stellen will er abbauen. Siemens hat die Reorganisation und den damit verbundenen Erhalt von SBS an eine Vereinbarung mit der IG Metall über niedrigere Löhne und längere Arbeitszeiten geknüpft. Doch die Gewerkschaft hat ihren Widerstand angekündigt.

Vor allem im lukrativen Projektgeschäft, also etwa der Einführung von SAP-Software, stehen SBS und T-Systems im Wettbewerb mit internationalen Namen wie IBM, EDS und Cap Gemini. Die bedienen sich vieler indischer Mitarbeiters, um ihre Margen auf Trab zu bringen. Einen solchen Zugang zu günstigem Personal haben national ausgerichtete Anbieter wie SBS und T-Systems bis jetzt nicht.

Hinzu kommt, dass sich die hohen Erwartungen im Outsourcing-Geschäft nicht bestätigt haben. Das Outsourcing-Beratungsunternehmen TPI hat errechnet, dass das europäische Outsourcing-Volumen im dritten Quartal von 13,6 auf 10,7 Mrd. Euro gesunken ist. Neue Aufträge werden oft an den Kauf der firmeninternen IT-Abteilung gekoppelt. Damit müssen die Dienstleister die häufig zu üppig besetzte Belegschaft übernehmen. Angesichts der eigenen Überkapazitäten tun sich SBS oder T-Systems hier schwer.

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