Umstrukturierung
Chiphersteller Renesas streicht Tausende Jobs

Die Umstrukturierung des defizitären japanischen Chipherstellers Renesas Electronics fällt wohl weitaus größer aus als erwartet. Der Konzern plant einem Zeitungsbericht zufolge die Entlassung von 14000 Beschäftigten.
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TokioEinem Zeitungsbericht zufolge will der weltgrößte Hersteller von Mikrokontroller Chips für Autos bis zu 14.000 Arbeitsplätze oder ein Drittel der Belegschaft streichen, berichtete die Zeitung „Nikkei“ am Samstag. Zudem strebe das Unternehmen den Verkauf eines Halbleiter-Werks und eine Kapitalerhöhung über umgerechnet eine Milliarde Euro (100 Milliarden Yen) an.

Im Zuge der Sanierung des Konzerns verhandele Renesas derzeit mit dem taiwanesischen Konkurrenten Taiwan Semiconductor über den Verkauf seiner Chip-Fabrik im japanischen Tsuruoka. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, würden die rund 1400 Mitarbeiter vor Ort zum taiwanesischen Konzern wechseln, hieß es. Die Fabrik fertigt Chips für TV-Flachbildschirme, Kameras und andere digitale Produkte.

In Folge der Flaute auf dem heimischen Fernsehmarkt sei die Anlage nicht mehr ausgelastet und koste dem im japanischen Kawasaki ansässigen Konzern eine Menge Geld, meldete das Blatt weiter. Renesas beliefert Autobauer, Handyhersteller und andere Elektronikkonzerne.

Renesas - aus den Chipsparten von Mitsubishi Electric, Hitachi und NEC Corp entstanden - wurde von den Naturkatastrophen in Japan und Thailand sowie von der Stärke des Yen stark getroffen. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen einen Verlust von 630 Millionen Euro (per Ende März). Acht Werke hat der Konzern bereits geschlossen. Vor wenigen Tagen berichtete die Zeitung „Yomiuri Shimbun“, Renesas wolle 6000 Stellen streichen und über eine Kapitalerhöhung knapp 500 Millionen Euro einnehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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