Umstrukturierung
Japanischer Konzern will Vogt aufkaufen

dpa-afx OBERNZELL/NEUMARKT. Der japanische Elektronikkonzern Sumida plant eine Übernahme der börsennotierten Vogt electronic AG aus dem niederbayerischen Obernzell. Nach Unternehmensangaben vom Montag hat eine deutsche Sumida-Tochter bereits mehr als 38 Prozent der Anteile von zwei Großaktionären übernommen. Die Sumida Holding Germany Gmbh aus Neumarkt bot den freien Stammaktionären an, ihre Papiere zu 9,90 Euro aufzukaufen.

Die Vogt-Aktien schnellten nach Bekanntgabe der Übernahmepläne um mehr als 70 Prozent nach oben. Sie wurden am Montagmittag mit 9,45 Euro gehandelt, am Vortag lagen sie noch bei 5,50 Euro. Auch den Besitzern der Vorzugsaktien wurde ein Übernahmeangebot gemacht.

Mit der geplanten Übernahme werde die bisherige Zusammenarbeit der beiden Unternehmen ausgebaut, sagte eine Vogt-Sprecherin. Wegen der schweren Zugänglichkeit der asiatischen Märkte sei es Vogt bislang nicht gelungen, dort in nennenswertem Umfang Fuß zu fassen. Die Kooperation mit Sumida soll deshalb auch Vogt in Fernost weiteres Wachstum bringen.

Der Sumida-Konzern mit Sitz in Tokio ist auf die Produktion von Elektronik für Unterhaltungsgeräte wie CD- oder DVD-Spieler spezialisiert. Das Unternehmen hat mehr als 16 000 Beschäftigte und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 300 Mill. Euro.

Vogt electronic fertigt Bauteile unter anderem für die Automobilindustrie. In den vergangenen Jahren war Vogt mehrfach in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und hat auch zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut. Zuletzt wurde eine insolvente Tochtergesellschaft in Witten (Nordrhein-Westfalen) ausgegliedert. Derzeit beschäftigt das Unternehmen aus dem Landkreis Passau weltweit noch rund 2 900 Mitarbeiter.

Vogt hatte 2003/04 einen Umsatz von 306 Mill. Euro und ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,8 Mill. Euro erzielt. Der Abschluss für das am 30. September zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2004/05 wurde bislang nicht vorgelegt.

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