UMTS-Fertigung geht nach Asien
Motorola streicht hunderte Stellen

Der weltweit zweitgrößte Handyhersteller Motorola baut in Flensburg hunderte Arbeitsplätze ab. Die Fertigung der UMTS-Geräte werde nach Asien verlagert, sagte der Motorola- Deutschland-Chef Ralf Gerbershagen am Donnerstag in Flensburg.

dpa FLENSBURG. Damit fallen im Laufe des Jahres im Flensburger Werk mindestens 230 Arbeitsplätze weg. Die vier deutschen Motorola-Standorte Flensburg, Berlin, München und Taunusstein werden jedoch weitergeführt. Von den derzeit mehr als 1 000 Beschäftigen in Flensburg werden „mehrere hundert“ im Unternehmen bleiben, sagte Gerbershagen. Die entlassenen Mitarbeiter sollen zunächst in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden.

Kostenüberprüfungen in „einem der am härtesten umkämpften Branchen der Welt“ hätten zu dem Schritt geführt, sagte Gerbershagen. Die Gewerkschaft IG Metall kündigte für Freitag eine Protestaktion in Flensburg an.

Zudem werde die Sparte Logistik und Transport mit rund 650 Flensburger Beschäftigten ausgelagert, erklärte Gerbershagen. Von 14 Logistikzentren in Westeuropa sollen zehn ganz wegfallen. „Vier bleiben bestehen, darunter Flensburg“, betonte der Deutschland-Chef. Motorola werde bei den Verhandlungen darauf achten, dass möglichst viele der Mitarbeiter vom neuen Logistik-Partner übernommen werden, betonte Gerbershagen. Zudem wolle er eine Standortgarantie für mehrere Jahre erreichen. Von ursprünglich 57 Bewerbern stünden zwei „in Deutschland ansässige“ Fremdunternehmen zur Auswahl.

Die Flensburger Fertigungsstätte wurde 1998 nach 18-monatiger Bauzeit als modernstes Handy-Werk Europas in Betrieb genommen. Seit 20 Jahren ist das Unternehmen für Kommunikationstechnologie in der Fördestadt ansässig. Damals übernahm Motorola die 1967 von der Storno Electronic Gmbh gegründete Produktion für Funkgeräte.

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