Umzug nach Berlin
Duden-Betriebsrat verliert vor Landesarbeitsgericht

Der Duden-Verlag will von Mannheim nach Berlin ziehen. Doch weil dabei Stellen wegfallen sollen, wollte der Betriebsrat eine einstweilige Verfügung gegen den Umzug durchsetzen. Das Landesarbeitsgericht wies die Klage ab.
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MannheimIm juristischen Streit um den geplanten Umzug des Duden-Verlags von Mannheim nach Berlin hat der Betriebsrat erneut eine Niederlage erlitten. Das Landesarbeitsgericht Mannheim wies am Freitag den Antrag der Arbeitnehmervertreter auf eine einstweilige Verfügung gegen den Umzug ab. Es habe damit eine Entscheidung des Arbeitsgerichts von Ende August bestätigt, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Hintergrund des Antrags war eine Zusage zur Standortsicherung bis Ende 2015, die der frühere Verlagsvorstand 2009 gegeben hatte. Im Streit bei Duden geht es nicht nur um den Standortwechsel, sondern vor allem um einen möglicherweise großen Stellenabbau.

Noch ist nur in Sachen einstweilige Verfügung entschieden. „Es geht in zwei Wochen schon wieder weiter“, sagte Unternehmenssprecher Klaus Holoch. Ab dem 2. Oktober beginnt am Arbeitsgericht das Hauptsacheverfahren.

„Da läuft uns die Zeit davon. In der Hauptsache können wir vielleicht siegen, aber die Kündigungen sind dann bereits ausgesprochen“, sagte Betriebsrat Michael Bauer. Denn das Unternehmen plane, die Kündigungen bereits in der zweiten Oktoberhälfte zu verschicken.

Anders als bisher bekannt soll nach Angaben des Betriebsrats auch die Sparte Sprachtechnologie nicht komplett in Mannheim bleiben. Lediglich 21 der rund 30 Mitarbeiter blieben den Plänen zufolge am jetzigen Standort. Von derzeit 190 Mitarbeitern wolle das Bibliographische Institut insgesamt nur etwa 50 Beschäftigte behalten – in Mannheim und Berlin. Das Unternehmen betont dagegen, die Zahl der von Umzug und Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter sei noch unklar.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umzug nach Berlin: Duden-Betriebsrat verliert vor Landesarbeitsgericht"

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  • Denn sie wissen nicht was sie tun?
    Eine Unternehmensleitung, die den Zeitpunkt der Kündigung kennt aber nicht weiß wie viele Mitarbeiter betroffen sind; dass Duden (auch) zu den Märchenerzählern gehört enttäuscht mich. Viel Erfolg Herr Bauer und Kollegen!

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