Umzug nach Irland: Versucht Yahoo seine Steuerlast zu drücken?

Umzug nach Irland
Versucht Yahoo seine Steuerlast zu drücken?

Erst Apple und Google, jetzt auch Yahoo: Der nächste Technologiekonzern verlegt seine Europa-Zentrale nach Irland. Der Inselstaat gilt als Steuerparadies. Doch der Internet-Pionier nennt andere Gründe für den Umzug.
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DüsseldorfNur ein Umbau oder ein Steuerspar-Modell? Der Internetkonzern Yahoo verlegt einen großen Teil seiner europäischen Geschäfte nach Irland. „Als Folge einer Umstrukturierung“ würden die Online-Dienste ab dem 21. März von einer einzigen Gesellschaft auf der Insel angeboten, teilte das Unternehmen in einer E-Mail an die Nutzer mit. Damit folgt Yahoo anderen Digitalunternehmen wie Apple, Google und Amazon, die ebenfalls in Irland ihren europäischen Sitz haben.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters versucht die irische Wirtschaftsförderungsagentur IDA derzeit, ausländische Investoren von der Schweiz auf die grüne Insel zu locken. In diesem Zug verlagere auch Yahoo seine Europa-Zentrale in das Steuerparadies. Die Niederlassung in Deutschland und anderen Ländern sind davon aber nicht betroffen.

Das Unternehmen bestritt auf Anfrage von Handelsblatt Online indes, dass der Umzug aus steuerlichen Gründen erfolgt – es gebe keine Veränderung bei der Steuerlast, teilte das Unternehmen mit. Es gehe um „die Konsolidierung der verschiedenen Gesellschaften und darum, alle Services für die Nutzer zentral über eine Gesellschaft anzubieten“. Im vergangenen Jahr hatte Yahoo angekündigt, das Büro in Dublin auszubauen und 200 weitere Mitarbeiter einzustellen.

Irland ist in der IT-Branche aus zwei Gründen beliebt. Zum einen bietet es niedrige Steuersätze – selbst hochprofitable Konzerne wie Apple zahlen dank legaler, aber umstrittener Sparmöglichkeiten sehr geringe Steuern auf ihre Gewinne. Zum anderen sind die Datenschutzbestimmungen im Vergleich zu Ländern wie Deutschland locker, was möglichen Ärger mit den Behörden erspart.

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Yahoo trägt vergleichsweise hohe Steuerlast

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  • Anstatt ohne Ende auf der Schweiz rumzuhacken, sollten unsere EU-Künstler wie Schäuble & Co. mal im eigenen Haus zuerst aufräumen und die massiven und unsäglichen Steuerschlupflöcher für Konzerne schliessen. Wer sich solche Steuerverschwendung im 3stelligen Mrd-Bereich p.a. leistet, muss sich nicht wundern, dass Privatpersonen, die die Möglichkeit haben, es ähnlich machen.

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