Unabhängige Produzenten unter Druck
BBC baut TV-Produktion weltweit aus

Die britische Fernsehanstalt BBC will ihr internationales Netz ausweiten und eine globale Größe in der Fernsehproduktion werden.

LONDON/DÜSSELDORF. Nach Produktions-Ablegern in den USA, Australien und Indien wolle die kommerzielle Tochter, BBC Worldwide, bis Jahresende zwei bis drei weitere Länder durch Beteiligungen an oder Neugründungen von Produktionsfirmen erschließen, sagte Colin Jarvis, Direktor für internationale Formatproduktion, dem Handelsblatt in London. In zwei Jahren werde es auch ein solches Standbein in Deutschland geben.

„Wir sehen uns als Medienunternehmen und nicht nur als Vertriebsarm der BBC“, sagte Jarvis. BBC Worldwide als gewinnorientierter Bereich der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt hat die Aufgabe, seine Gewinne zu steigern, um einen Beitrag zum Budget des Senders zu leisten. Im Geschäftsjahr zum 31. März hat es den Umsatz um acht Prozent auf 810 Mill. Pfund (1,2 Mrd. Euro) und den Gewinn um ein Viertel auf 111 Mill. Pfund gesteigert.

Die Produktion von BBC Worldwide begann, als die Firma 2005 einen Ableger in Los Angeles gründete und die Produktion der Erfolgsshow „Dancing with the Stars“ für den US-Sender ABC übernahm. „Wir erreichen eine höhere Wertschöpfung, wenn wir nicht nur unsere Ideen verkaufen, sondern auch unsere Expertise in der Produktion einbringen“, sagte Jarvis.

In diesem Jahr hat das Team in Kalifornien auch erstmals eigene Ideen für Spielshows entwickelt, die es nun auf dem US-Markt testet. Das ist die Richtung, in die Jarvis will: Im Ausland Inhalte entwickeln, die möglichst für die weltweite Vermarktung taugen. Damit will er dem Vorbild von Branchengrößen wie Endemol oder der Bertelsmann-Tochter Fremantle folgen.

Bei der Expansion geht die BBC pragmatisch vor. Während das Unternehmen in den USA eine Tochter gründete, kaufte es sich in Australien mit 25 Prozent in die kleine TV-Produktionsfirma Freehand Group ein. Gespräche über Partnerschaften liefen in Frankreich, Polen, Russland, Lateinamerika und Kanada. Auch der chinesische Markt steht auf Jarvis’ Wunschliste.

In Deutschland sei noch nicht klar, ob es ein Joint-Venture oder eine Neugründung gebe. BBC-Formate haben hier beträchtlichen Erfolg: als Dauerbrenner die „Teletubbies“ und – mittlerweile abgesetzt – „Top of the Pops“, aber in jüngerer Zeit auch „Let’s Dance“, „Rom“ oder „Männer allein daheim“.

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