Unbequemer Investor

Manager-Schreck Carl Icahn nimmt sich Apple vor

Der gefürchtete Großinvestor Carl Icahn ist bei Apple eingestiegen. Die Nachricht ließ den Aktienkurs emporschießen und dürfte viele Aktionäre freuen. Für Konzernchef Tim Cook ist es ein eher zweifelhaftes Vergnügen.
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Turbulente Zeiten für Apple

New YorkEs waren nur zwei knappe Sätze. 16 Wörter über den Kurznachrichtendienst Twitter, die genügten, um den Apple-Konzern auf einen Schlag um 17 Milliarden Dollar wertvoller zu machen. „Wir haben momentan eine große Position bei Apple“, twitterte US-Milliardär Carl Icahn am Dienstagnachmittag New Yorker Zeit. „Wir glauben, dass das Unternehmen extrem unterbewertet ist“.

Icahn, der gefürchtete Großinvestor, ist also beim wohl meist beachteten Konzern der Welt eingestiegen. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg investierte der 77-Jährige mehr als eine Milliarde Dollar. Die Nachricht katapultierte die Aktie des iPhone-Herstellers am Dienstag zwischendurch um 5,8 Prozent nach oben, am Abend schloss das Papier dann 4,75 Prozent im Plus bei 489,57 Dollar. An der Wall Street geht bereits das Wortspiel „iCahn“ um.

Was die Aktionäre gefreut haben dürfte, ist für Apple und Konzernchef Tim Cook allerdings ein eher zweifelhaftes Vergnügen: Icahn gilt als äußerst unbequemer Investor. Er ist dafür bekannt, sich erst in ein Unternehmen einzukaufen – um dann mit aller Härte seine Vorstellungen durchzusetzen. So mancher Firmenchef hat nach Icahns Intervention schon seinen Job verloren.

Was sich der Milliardär von Apple wünscht, ließ er gleich am Dienstag via Twitter wissen: Einen Aktienrückkauf, und zwar schnell. „Ich hatte heute eine nette Unterhaltung mit Tim Cook“, schrieb Icahn. „Haben über meine Meinung diskutiert, dass sofort ein größerer Rückkauf in Angriff genommen werden sollte. Wir wollen uns bald wieder unterhalten“. Ein solcher Schritt würde unter anderem den Wert der verbliebenen Aktien erhöhen.

Später legte Icahn dann in einem Interview nach. Er gehe davon aus, dass die Aktie des iPhone-Herstellers auf 700 Dollar steigen könne, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Voraussetzung: Apple kauft für 150 Milliarden Dollar Aktien zurück, leiht sich dafür Geld zu einem Zinssatz von drei Prozent und legt steigende Gewinne vor.

Derzeit liegt das Papier trotz der jüngsten Kursgewinne rund ein Drittel unter dem Höchstwert von 705 Dollar im September vergangenen Jahres. Grund: Aktionäre und Analysten bemängeln, dem Kult-Konzern fehle es an neuen, revolutionären Ideen. Tatsächlich waren die Innovationen unter Cook bislang vor allem Fortentwicklungen bestehender Produkte wie iPhone, iPad oder der Software iOS. Für den Herbst und für kommendes Jahr hat Cook allerdings neue Produkte angekündigt.

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7 Kommentare zu "Unbequemer Investor: Manager-Schreck Carl Icahn nimmt sich Apple vor"

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  • Icahn hätte besser daran getan, vor 10 oder 15 Jahren mit 1 Mrd. $ bei Apple einzusteigen, dann stünde er heute vor Buffett.

  • Wenn die Schakale Beute gerochen haben, ist es bereits zu spät. Zuerst Einhorn jetzt Icahn und die Geier kreisen schon…

  • unter anderen Umständen würde man so etwas Kursmanipulation nennen.

  • "Er gehe davon aus, dass die Aktie des iPhone-Herstellers auf 700 Dollar steigen könne, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Voraussetzung: Apple kauft für 150 Milliarden Dollar Aktien zurück, leiht sich dafür Geld zu einem Zinssatz von drei Prozent und legt steigende Gewinne vor."

    Zunächst einmal beträgt das Eigenkapital des Konzerns 120 Mio $, demnach hätte der Konzern ein negatives Eigenkapital von rund 30 Milliarden $ nach dem Aktienrückkauf.

    Der Konzern wäre also bankrott.

    Ausserdem schädigen Aktienrückkäufe oberhalb eines KBV von 1 stets das Eigekapital des Konzerns und somit den Konzern selbst was genau der Grund ist das Berkshire Hathaway eigene Aktien nur zu einem KBV von 1 oder drunter kauft.

    Apple notiert mit einem KBV von 3.6.

    Wer rechnen kann ist im Vorteil.

    Ican ist ein Schaumschäger und Heissluftbläser.

  • So wie man das liest ist icahn nur ein Bauer der weiss wieviel weizen einer in seinem Lager hat. dann geht er hin und nimmt sich einen Teil und verschwindet wieder. Mit Business hat das nichts zu tun es ist abzockerei. Man braucht ein System das einfach ist und jeder depp versteht und muss es dann immer und immer wiederholen...

  • Icahn wird bei Apple nichts "mit aller Härte durchsetzen", da eine Milliarde Investment nur 0,2 Prozent am Eigentum repräsentieren. Ein CEO wird in keinster Weise von einem Eigentümer bewegt, der mal grade 0,2 Prozent der Firma besitzt. Da müsste er schon auf 25 Prozent aufstocken und dies käme einem Invest von etwa 125 Mrd. gleich. Die Aussage im text ist also völliger Nonsens, denn 124 Mrd. legt so schnell keiner nach, um Einfluss bei Apple nehmen zu können. Apple ist nicht VW oder BMW, also kleine Gesellschaften im Vergleich, die nur einen Bruchteil Wert sind. Selbst dort sind derartige Spielchen schwierig, aber bei Apple ist es unmöglich! Das unternehmen ist zu teuer.

  • Well done, Carl. Sharing the same enthusiasm for the stock.

    You, David (Einhorn) and me, we all three could crack-up this company. That´s it !

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