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05.10.2007 
Online-Shop Myby

Und immer lockt das Volks-Notebook

von Thomas Knüwer

„Keine Versandkosten“, „Eröffnungsschnäppchen“, „Top Service“: Mit diesen Argumenten wirbt seit dieser Woche ein Online-Angebot, über das in der Internet-Branche lange spekuliert wurde: Der Online-Elektronikhandel Myby, ein Gemeinschaftsunternehmen von Axel Springer und Arcandor. Eine ernsthafte Konkurrenz für Amazon ist der Internet-Shop allerdings noch nicht.

DÜSSELDORF. Die roten Vignetten sollen künden von der Sensation: „Keine Versandkosten“ steht auf der einen, „Eröffnungsschnäppchen“ auf der anderen. Oder: „Top Service“. Mit diesen Argumenten wirbt seit dieser Woche ein Online-Angebot, über das in der Internet-Branche lange spekuliert wurde: Myby, ein Gemeinschaftsunternehmen von Axel Springer und der Arcandor-Tochter Primondo.

Mit wolkigen Worten wurde der Start in Form einer Pressemitteilung begleitet: Von „dauerhaft günstigen Preisen und einem außergewöhnlichen Serviceangebot“ ist da die Rede und vom „breiten Sortiment“. Im Interview mit der „Financial Times Deutschland“ gab Walter Gunz, Chef von Axel Springer E-Commerce, bereits im Mai vor, dass der Hauptgegner Amazon sei.

Wer nun Myby.de aufsucht, glaubt sich am falschen Ort: Die sauber aufgesetzte Plattform bietet nicht mehr als hunderte anderer Händler im Netz. Unternehmenssprecherin Jana Lorbeer versucht die Erwartung zu dämpfen: „Wir sind ein Startup, das darf man nicht vergessen.“ Die Pressemitteilung spiegele nur eine Vision dessen wieder, wohin Myby kommen will.

Es dürfte ein harter Weg werden. 30 000 Artikel sollen Mitte kommenden Jahres zu haben sein, das ist nach Meinung von Branchenexperten wenig. Schon jetzt finden sich bei Amazon mehr als zehn Mal so viele. Allerdings: Bei Myby sollen nur Waren auftauchen, die auch tatsächlich auf Lager sind.

Auch in Sachen Preis kann der Neuling nicht mithalten: Eine Stichprobe des Handelsblatts liefert nur eine geringe Zahl von Produkten, die bei anderen Online-Händlern nicht günstiger zu haben wären. „Wir messen uns mit dem stationären Fachhandel. Denn wir wollen ein Fachhandel im Netz sein“, sagt Lorbeer.

Und der versprochene Service? Nicht außergewöhnlich: Eine vorgefertigte Kaufempfehlung und eine Telefon-Hotline für 14 Cent die Minute. Beim Testanruf entsteht der Eindruck, bei einem Call Center gelandet zu sein, dessen Mitarbeiter nichts anderes machen, als die Internet-Seite zu bedienen. Von Fachexpertise ist nichts zu spüren.

„Myby ist schlicht ein klassischer Internet-Shop“, urteilt Jochen Krisch, E-Commerce-Berater und Autor des Branchenweblogs Exciting Commerce. „Das einzig Herausragende ist wohl, dass Springer und Arcandor gemeinsam etwas starten.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum Myby Sinn machen könnte.

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