Unerwartet gute Zahlen
Die Telekombranche spart sich zum Erfolg

Die europäischen Telekomanbieter fahren jetzt die Ernte ihrer Sparpläne ein. Die britische BT, die spanische Telefónica und France Télécom präsentierten am Donnerstag unisono überraschend gute Quartalszahlen. Wichtige Ursachen dafür sind erfolgreiche Kostensenkungen und geringere Investitionen. Auch für die Deutsche Telekom sind Analysten positiv gestimmt – auch wenn sie in einigen Punkten im Nachteil ist.

DÜSSELDORF. Alle großen Anbieter haben in den vergangenen Monaten Sparpläne umgesetzt, um angesichts gesättigter Märkte in den Industrieländern ihre hohen Margen halten zu können. Die drei Branchengrößen haben am Donnerstag gezeigt, dass sie damit erfolgreich sind.

Neben Stellenstreichungen und reduzierten Marketingbudgets haben die Unternehmen vor allem ihre Investitionen in neue oder schnellere Netze massiv zusammengestrichen. BT kürzte das Capex-Budget um 30 Prozent, Telefónica strich 19 Prozent, France Télécom 18 Prozent. Das ist zwar langfristig keine Lösung für die sinkenden Umsatzperspektiven, hilft aber kurzfristig dem Barmittelüberschuss (Free Cash-Flow).

Die Unternehmen orientierten sich bei der Berechung ihrer Dividende häufig am Free Cash-Flow. Aktionäre freuen sich deshalb in der Regel über Maßnahmen, die diese Finanzgröße aufbessern.

So haben am Donnerstag fast alle Telekomtitel an der Börse Höhenflüge erlebt und zogen selbst die Papiere von Unternehmen wie der Deutschen Telekom mit die erst am kommenden Donnerstag ihre Geschäftszahlen präsentieren. Die T-Aktie legte am Donnerstag um gut zwei Prozent zu.

Alle drei Unternehmen hielten an ihren Jahreszielen fest, sehen aber dem zweiten Halbjahr skeptisch entgegen. France-Télécom-Chef Didier Lombard gab zu bedenken, dass sich das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte durch das schwierige wirtschaftliche Umfeld und zusätzliche Auflagen bei der Regulierung verschlechtern könne. In der vergangenen Woche hatte bereits der Netzausrüster Ericsson vor einem schwierigen zweiten Halbjahr gewarnt. Die Schweden sind als Ausrüster von den Investitionen der Netzbetreiber abhängig.

Diese sorgen sich offenbar um die Auswirkungen von steigenden Arbeitslosenzahlen auf ihre Umsätze. "In den kommenden Monaten wird sich die Rezession verstärkt auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen", sagt Wolfgang Specht von Sal. Oppenheim. "Dann wird sich zeigen, ob die Kunden ihre Ausgaben für Telekommunkation einschränken." Zwar wird niemand komplett auf Handy oder Telefon verzichten. Denkbar ist aber, dass Nutzer sich für billigere Pakete entscheiden, die etwa eine minutengenaue Abrechung statt einer Flatrate beinhalten oder dass sie darauf verzichten, mit dem Handy im Internet zu surfen.

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