United Internet bietet Microsoft Paroli
1&1 expandiert in die USA

Zwischen dem deutschen Internet-Dienstleister United Internet und Microsoft entwickelt sich ein offener Schlagabtausch auf dem Hosting-Markt, also dem Bereitstellen von Rechen- und Speicherkapazitäten für Internet-Auftritte. Die 1&1 Internet AG, Tochter von United Internet, hat in den USA ihr erstes Rechenzentrum außerhalb Europas gekauft und will dort weiter wachsen.

KIEL. Das Geschäft bestätigte 1&1-Vorstandssprecher Andreas Gauger dem Handelsblatt. Die Ankündigung kommt nur Monate nachdem Microsoft seinerseits aggressiv in den US-Hostingmarkt eingetreten ist und nach Deutschland strebt, wo 1&1 mit 1,55 Mill. Web-Präsenzen Marktführer ist. „Office Live“, sagt Martin van Ackeren von Microsoft Deutschland, „wird Ende des Jahres hier sein.“

Das 1&1-Zentrum wird 2007 im Bundesstaat Missouri in Betrieb gehen und 40 000 Internet-Rechner beherbergen. Die sollen dann Web-Seiten, Online-Shops und Intranet-Seiten speziell kleinerer und mittlerer US-Unternehmen „hosten“ (beherbergen). Outsourcing von Web-Auftritten wird bei kleinen Betrieben immer beliebter. Sie müssen zwar im Web vertreten sein, können sich aber keine teure IT-Abteilung für den Web-Auftritt leisten. Firmen wie 1&1, Yahoo, Strato und seit Februar auch Microsoft bieten dafür Standardlösungen an. Globale Konzerne betreiben ihr Hosting meist selber oder über Full-Servicefirmen wie IBM oder multinationale Telekom-Gesellschaften.

Der Kampf um kleine und mittlere Kunden nimmt seit dem Eintritt von Microsoft Ende Februar an Schärfe zu. IDC-Analystin Rona Shuchat sieht den Markt angesichts heftiger Konkurrenz und fallender Preise vor einer Konsolidierungswelle.

Nach eigenen Angaben nutzen schon über 100 000 US-Kunden – derzeit kostenfrei – Hosting durch Microsoft. 1&1 ist seit 2003 mit zwei gemieteten Rechenzentren im US-Markt und hat nach Aussage von Firmenchef Gauger knapp 300 000 zahlende Kunde geworben, das ist Platz sieben. Jetzt will 1&1 auf den fünften Platz vorstoßen, auch durch Übernahmen kleinerer Web-Hoster. Gauger will von der zu erwartenden Konsolidierung profitieren. Aber bislang hätten Gespräche nicht zu „konkreten Ergebnissen“ geführt.

In den USA dominierten nach Statistiken von Netcraft.com Ende 2005 lokale Player wie Marktführer Godaddy.com mit knapp einer Millionen Kundenseiten und Riesen wie Yahoo mit über 600 000 Kunden. Web-Hosting mit Pauschal-Paketen ist ein stilles, aber boomendes Geschäft im Hintergrund des Hypes um Suchmaschinen, Online-Shops und Web 2.0. Godaddy.com meldete gerade einen Quartalsumsatz von 56,9 Mill. Dollar und einen Cash-Flow von 14 Mill. Dollar. Im Vorjahr waren es 31 Mill. Dollar Umsatz und sechs Mill. Dollar Cash-Flow.

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