United Internet schluckt Drillisch
Dommermuth schmiedet vierte Mobilfunk-Macht

Das Mobilfunk- und Festnetzgeschäft von United Internet soll mit dem Mobilfunkgeschäft von Drillisch zusammengeführt werden. Die drei Telekom-Riesen bekommen dadurch Konkurrenz durch eine vierte starke Kraft.
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Maintal/MontabaurJetzt also doch: Der Internet- und Telekomkonzern United Internet will das Mobilfunkunternehmen Drillisch schlucken. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will mit dem Milliarden-Deal eine starke vierte Kraft im deutschen Markt neben den Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland schmieden. Dazu will United Internet seine Sparte 1&1 Telecommunication über zwei Kapitalerhöhungen in die Drillisch AG einbringen und so schon einmal die Mehrheit an dem TecDax-Unternehmen erwerben. 1&1 werde dabei mit 5,85 Milliarden Euro bewertet.

Zudem bietet United Internet allen Drillisch-Aktionären 50 Euro je Anteil, wie die Unternehmen am Freitagmorgen in Montabaur und Maintal mitteilten. Das ist Aufschlag von rund drei Prozent auf den Drillisch-Schlusskurs vom Donnerstag. United Internet hält bereits 20 Prozent der knapp 55 Millionen Drillisch-Aktien. Das Gebot für die übrigen Aktien liegt damit bei rund 2,2 Milliarden Euro.

Zum Handelsstart am Freitag schossen Drillisch-Aktien um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 54 Euro nach oben. Titel von United Internet legten um 8,8 Prozent zu. Die Aktien von Telefónica Deutschland waren ebenfalls gefragt, sie stiegen um 4,7 Prozent.

„1&1 verfügt über eine starke Marke, einen riesigen Kundenstamm und enorme Vertriebskraft. Drillisch ist ein schnell wachsender Mobilfunkanbieter mit einem attraktiven Produktportfolio“, sagte Dommermuth. Der Mitgründer und mit 40 Prozent größte Aktionär von United Internet hatte Übernahmeabsichten in den vergangenen Jahren mit Verweis auf den stark gestiegenen Aktienkurs von Drillisch kleinzureden versucht.

Doch Drillisch ist vor allem deswegen attraktiv, weil das Unternehmen mit Telefónica Deutschland einen Deal zur Netzmiete eingegangen ist. Drillisch kann demnach schrittweise bis zu 20 Prozent der Netzkapazitäten des Münchener O2-Betreibers nutzen - und hat eine Option auf weitere 10 Prozent bis 2020. Die Netzmiete war eine Voraussetzung der Aufseher für die milliardenschwere E-Plus-Übernahme durch Telefónica 2014.

„Unser Vertrag mit Telefónica zahlt sich immer mehr aus. Er garantiert uns für die nächsten Jahre vollen Zugriff auf die Netztechnologien der neuesten Generation, und das zu sehr guten Konditionen“, sagte Drillisch-Chef Vlasios Choulidis.

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Die Abwicklung ist technisch komplex

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