United Internet und Drillisch: Eine Milliarde Gewinn zum Börsenjubiläum?

United Internet und Drillisch
Abschreibungen, Übernahmen – und Applaus für den Chef

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Eine Milliarde Gewinn zum Börsenjubiläum?

Tatsächlich hatte Dommermuth vergangenen Freitag die Freude über den künftigen Zusammenschluss mit Drillisch etwas gedämpft, nachdem er am Abend überraschend schwache Quartalszahlen vorstellte. Der Umsatz legte nur leicht zu, und auch beim operativen Ergebnis schnitt das Unternehmen nicht so gut ab wie gedacht. Die Anzahl der Vertragskunden wuchs im ersten Quartal aus eigener Kraft um 190.000.

Der Umsatz kletterte um 2,1 Prozent auf 989,2 Millionen Euro. Das war weniger als von Analysten erwartet. Neben negativen Regulierungseffekten belasteten ein schwaches Geschäft mit Werbeanzeigen auf Internetseiten und das Projektgeschäft der Glasfasertochter Versatel das Ergebnis.

Finanzvorstand Frank Krause beruhigte letzteren Punkt jedoch. Das Werbegeschäft sei wieder merklich angezogen und bei Versatel habe es sich um saisonale Schwankungen gehandelt. Der Konzern bestätigte erneut die Prognose für das laufende Jahr, wonach der Umsatz um sieben Prozent steigen soll und das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 12 Prozent. Dommermuth wagte sich sogar noch ein Stück weiter nach vorne. „2018 sind wir 20 Jahre an der Börse“, erklärte er – und in dem Jahr soll das Ebitda das erste Mal mehr als eine Milliarde Euro betragen.

Auch beruhigte er die Aktionärsvertreter bei der Dividende. Natürlich sei eine höhere Dividende zu begrüßen, sagte er. Allerdings würde dem Konzern das die notwendige finanzielle Flexibilität für die Übernahme von Drillisch und weitere Zukäufe nehmen. Zudem betonte er, weiter an der Beteiligung bei Rocket Internet festhalten zu wollen. Die Abschreibungen seien nicht „toll“ sagte er. „Aber wir glauben, dass das Modell funktioniert.“ Er habe zudem hohes Zutrauen in das Management.

Und 137 Jahre nach Don Giovanni wehte an diesem Tag in der Alten Oper in Frankfurt dann doch noch ein Hauch von Liebe durch den Saal. Jens Starke-Wuschko, ein Unternehmensberater aus Wiesbaden, lobte Dommermuth als „unglaublich bescheidenen CEO“, der deswegen für ihn viel Vertrauen ausstrahle. Die Anleger applaudieren.

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Die Autorin ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte. Sie erreichen sie unter: karabasz@handelsblatt.com
Ina Karabasz
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen & Märkte

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