Universal-Mutterkonzern
Comcast schluckt Dreamworks Animation für 3,8 Milliarden Dollar

Die „Minions“ tun sich mit „Kung Fu Panda“ zusammen: Die Universal-Mutter Comcast holt das Animations-Studio Dreamworks unter ihr Konzerndach. Mit dem Milliarden-Deal setzt der Kabelgigant auf neue Einnahmequellen.

New YorkDer US-Kabelriese Comcast baut seine Stellung im Unterhaltungsgeschäft mit der milliardenschweren Übernahme des Trickfilm-Studios Dreamworks Animation aus. Die Firma hinter Kinohits wie „Madagascar“, „Shrek“ oder „Kung Fu Panda“ geht für 41 Dollar je Aktie in bar an die Comcast-Tochter NBC Universal, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Der Deal habe damit ein Volumen von etwa 3,8 Milliarden Dollar (3,4 Mrd Euro).

Comcast lässt sich den Zukauf einiges kosten und zahlt einen Aufschlag in Höhe von 27 Prozent auf den Schlusskurs von Mittwoch. Zum Vergleich: An der Börse brachte es Dreamworks Animation nur auf rund 2,3 Milliarden Dollar, bevor erste Übernahmegerüchte die Runde machten. Das „Wall Street Journal“ hatte bereits am Dienstagabend über einen Kaufpreis von mehr als drei Milliarden Dollar berichtet.

Comcasts Hollywood-Studio Universal hat mit der Sparte Illumination Entertainment bereits eine eigene Animations-Tochter, die zuletzt große Erfolge mit „Ich - Einfach unverbesserlich“ und „Minions“ landen konnte. „Dreamworks Animation ist eine großartige Ergänzung“, verkündete NBC-Universal-Chef Steve Burke. Der Neuerwerb soll vor allem das Geschäft mit Unterhaltung für Kinder und Familien nach vorne bringen.

So greift Comcast das Branchenschwergewicht Disney an, das nicht nur mit Blockbustern, sondern auch mit den dazugehörigen Fanartikeln Milliarden macht. Der Micky-Maus-Konzern, dem mit dem jüngsten „Star-Wars“-Film ein Riesenerfolg gelang, verdient so auch Jahre nach Kinohits wie „Die Eiskönigin“ noch gut an den Merchandise-Artikeln. Zudem spülen Themenparks Disney viel Geld in die Kasse.

Diese Strategie reizt auch Comcast. Mit den Figuren von Dreamworks Animation will der Konzern nach dem Vorbild von Disney seine Freizeitparks attraktiver machen und von Fanartikeln profitieren. Der Zukauf werde helfen, diese Geschäfte „über Jahre“ wachsen zu lassen, erklärte NBC-Universal-Chef Burke. Die Fusion soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden, die Wettbewerbshüter müssen noch zustimmen.

Dreamworks Animation hatte im vergangenen Jahr nach mehreren Misserfolgen an den Kinokassen 500 Jobs gestrichen. Laut Medienberichten gab es schon Verkaufsgespräche mit dem Spielzeug-Hersteller Hasbro, dem japanischen Telekom-Konzern SoftBank sowie Interessenten aus China. Zuletzt fand das Studio eine neue langfristige Geldquelle mit einem mehrjährigen Deal zur Produktion von Serien für den Online-Videodienst Netflix.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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