Unregelmäßigkeiten beim Aktienhandel
SEC überprüft Dow-Jones-Gebot

Im Zusammenhang mit der Offerte des Milliardärs Rupert Murdoch für den Medienkonzern Dow Jones haben die US-Behörden Untersuchungen wegen Unregelmäßigkeiten beim Handel mit Dow-Jones-Aktien eingeleitet. Der Medienkonzern, in dem auch die Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" erscheint, hat mitgeteilt, es gehe um den Handel mit seinen Aktien und Optionen vor der Bekanntgabe der Offerte.

je / Reuters PORTLAND. Das Unternehmen habe eine Vorladung des Generalstaatsanwalts erhalten sowie eine Nachfrage der Börsenaufsicht SEC, sagte ein Sprecher. Ein Vertreter von News Corp, des Medienkonzerns von Rupert Murdoch, bestätigte ebenfalls, dass an die Firma ähnliche Dokumente geschickt worden seien.

Einige Analysten hatten aus den Bewegungen der Aktien und Optionen Anfang vergangener Woche geschlossen, dass einige Investoren wohl bereits vorab von einem Angebot gewusst hatten.

Dow Jones hatte vor einer Woche mitgeteilt, eine Offerte von News Corp erhalten zu haben. Die Firma hat darauf erklärt, ihr Führungsgremium werde nicht auf die fünf Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte reagieren, da der Mehrheitsaktionär Bancroft das Gebot abgelehnt habe.

Nach Informationen der "New York Times" wusste aber offenbar eine Reihe von Führungskräften bei Dow Jones und dem Wall Street Journal schon bis zu zwei Wochen vor der Veröffentlichung von dem Gebot. Die Finanzaufsicht SEC und die Justizbehörden in New York ermitteln nun, ob die Betroffenen ihre Vorausinformationen für Insiderhandel genutzt haben. Denn in den Tagen, bevor der Wirtschaftssender CNBC erstmals von dem Angebot berichtet hat, hatte der Umsatz von Kaufoptionen für Dow-Jones-Aktien schlagartig zugenommen.

Für die Redaktion des Journals, deren Stolz es ist, Wirtschaftsgeschichten so aggressiv wie kein anderes Blatt zu verfolgen, ist der Fall besonders peinlich. Chefredakteur Paul Steiger, so bestätigte Dow Jones bereits, wusste mehrere Tage vor Bekanntwerden von der Offerte. Wie es heißt, informierte Steiger auch seinen designierten Nachfolger, Marcus Brauchli, sowie zwei weitere Top-Redakteure. Parallel dazu traf sich Murdoch bereits Wochen vorher mit Dow Jones-Verlagschef Richard Zannino und informierte den Verwaltungsrat per Brief am 17. April offiziell von seinem Angebot.

Während die Geschäftsführung dem Angebot offenbar positiv gegenübersteht, lehnt es die Gründerfamilie Bancroft, die die Stimmenmehrheit kontrolliert, ab. Auch die ebenfalls beteiligte Ottaway-Familie und Vertreter der Redaktion sind gegen den Verkauf. Für die unabhängigen Aktionäre repräsentieren die gebotenen 60 Dollar pro Aktie den höchsten Preis seit Jahren.

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