Unruhe in der Firmenzentrale
Sony sieht keinen Kampf der Kulturen

Der Plan zur Revitalisierung, den der angeschlagene Elektronikkonzern Sony in der vergangenen Woche präsentierte, ist an der Börse und von Rating-Agenturen mit Enttäuschung aufgenommen worden. Allzu zaghaft scheint manchem Analysten die angekündigte Restrukturierung, allzu vage bleibt die Strategie zu mehr Wachstum.

fu TOKIO. Für Unruhe in der Firmenzentrale von Sony dürfte in den vergangenen Tagen ein Zeitungsinterview des britisch-amerikanischen Vorstandschef Howard Stringer gesorgt haben. Darin hatte dieser in überraschend unverblümter Weise festgehalten, dass er bei der Sanierung von Sony gern deutlich tiefere Schnitte gemacht hätte. Dem stünden aber kulturelle Barrieren auf Seiten des japanischen Managements im Wege, zumal die japanische Gesellschaft einiges humaner sei als die amerikanische.

Angesprochen auf einen etwaigen Kulturkampf wegen der Stellenstreichungen, der laut dem japanischen Wirtschaftsblatt "Nihon Keizai" auch zwischen Stringer und Ryoji Chubachi, Sony-Präsident und Leiter der Kernsparte Elektronik, persönlich stattfand, winkt der Firmenpräsident ab. Er habe mit Stringer nie über einen solchen kulturellen Graben gesprochen und habe auch nie das Gefühl gehabt, dass ein solcher Graben existiere. Aber selbstverständlich seien bei der Vorbereitung des Sanierungsplans Gespräche auf unterschiedlichen Unternehmensebenen geführt worden.

Im Gespräch mit europäischen Journalisten verteidigt Chubachi seinen auf drei Jahre angelegten Plan, der eine Streichung von sieben Prozent aller Stellen und eine Fokussierung auf die drei Kernbereiche Elektronik, Spiele und Unterhaltung vorsieht. Der Plan werde die drei Hauptschwächen der Elektroniksparte, die 70 Prozent des Gruppenumsatzes generiert, wirksam angehen. Diese Schwächen sind für den seit Juni als Präsident amtierenden Chubachi der Mangel an attraktiven Produkten, technische Mängel und drittens den Rückgang an operativer Schlagkraft.

Anlass zu einigen Spekulationen liefert aber auch die Identität jener 15 Produktkategorien, die laut Sanierungsplan entweder abgestoßen, verkleinert oder in neue Allianzen integriert werden. Chubachi lässt offen, welche Produkte ins Visier genommen werden und bis zu welchem Zeitpunkt deren Zukunft besiegelt sein soll.

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