Unterhaltungsbranche
Micky Maus kauft Spiderman

Da bahnt sich eine Gigantenhochzeit in der Unterhaltungsindustrie an: Walt Disney will den Comic-Verlag Marvel für vier Mrd. Dollar übernehmen. Damit gelangten Comic-Helden wie Iron Man, Spiderman und die Fantastischen Vier in die Heimat von Micky Maus und Donald Duck.

NEW YORK. Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney baut mitten in der Medienkrise sein Trickfilmreich aus und übernimmt für vier Mrd. Dollar den Comic-Verlag Marvel Entertainment. Der weltgrößte Unterhaltungskonzern sichert sich damit die Rechte an den mehr als 5 000 Figuren von Marvel, zu denen unter anderem Spider-Man, X-Men, Iron Man oder die „Fantastic Four“ gehören.

Einige dieser Comic-Helden haben die Kinokassen zuletzt reichlich klingeln lassen: Allein die drei „Spider-Man“-Filme, die zwischen 2002 und 2007 in den Kinos liefen, spielten weltweit 2,5 Mrd. Dollar ein. Mit solchen Erfolgsgaranten im Gepäck will der Konzern gegen seine schlechten Zahlen anwirtschaften und seine Vermarktungsmaschine rund um das klassische Filmgeschäft weiter befeuern.

Marvel hatte erst im Vorjahr begonnen, eigene Filme zu produzieren. Damit wollten sich die New Yorker von den teuren Filmproduzenten emanzipieren und ihre Profitabilität steigern. Die Anstrengungen werden von Walt Disney nun fürstlich belohnt: Der Käufer aus Kalifornien bewertet das Unternehmen, das 300 Mitarbeiter beschäftigt, mit vier Mrd. Dollar. Das sind 50 Dollar pro Aktie. Entsprechend machten die Papiere von Marvel gestern einen Satz um 26 Prozent.

Das Geschäft kombiniere die bekannten Figuren von Marvel mit dem globalen Entertainment-Portfolio von Disney, sagte Walt-Disney-Konzernchef Robert Iger.

Sein Unternehmen hatte vor drei Jahren bereits mehr als sieben Mrd. Dollar ausgegeben, um das auf computeranimierte Filme spezialisierte Studio Pixar für rund 7,4 Mrd. Dollar in sein Reich aufzunehmen. Pixar ist mit Trickfilmen wie „Toy Story“ und „Findet Nemo“ bekanntgeworden. Seitdem hält Disney alle Rechte an den Pixar-Charakteren. Die werden über die beliebten Kinofilme hinaus mittlerweile in Computerspielen, in Form von traditionellem Merchandising sowie in den konzerneigenen Vergnügungsparks, etwa Disneyland, vermarktet. Mit einer ähnlichen Strategie will Iger nun auch die Marvel-Figuren bestmöglich vermarkten.

Disney erhalte nun bekannte Figuren, die in den Themenparks gut eingesetzt werden könnten und insbesondere bei Jungen sehr beliebt seien, sagte Analyst Chris Marangi von Gabelli & Co. Bisher ist Disney mit Mickymaus, Hannah Montana und vielen Märchenfiguren eher bei Mädchen beliebt.

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