Unterhaltungselektronik: Der Absturz von Bang & Olufsen

Unterhaltungselektronik
Der Absturz von Bang & Olufsen

Nur noch drei Millionen Euro verdiente der TV- und Radiogeräteproduzent Bang & Olufsen im abgelaufenen Quartal. Die Probleme des dänischen Luxuskonzerns sitzen tief.
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Düsseldorf Das Bang & Olufsen-Fabrikgelände ist zwar hübsch gelegen an sanften grünen Hügeln, einen Steinwurf entfernt von einer Nordseebucht am Rand des idyllischen dänischen Städtchens Struer. Doch Innovationskraft versprühen die Backsteinbauten nicht. An der Konzernzentrale gibt es keine Chance auf einen Einblick in die Produktwelt, lediglich im Stadtmuseum wird hin und wieder die bekannte Marke in einer Ausstellung gefeiert.

Ähnlich miefig erscheint die Homepage des Unternehmens, nicht vom Äußerlichen her, das ist schick hergerichtet wie die teuren Produkte des Unternehmens. Doch wer genauer hinschaut, erkennt, dass die Seite offenbar in letzter Zeit stark vernachlässigt wurde. In der Firmenbeschreibung finden sich etwa Angaben zu Mitarbeiter- und Geschäftszahlen vom Geschäftsjahr 2009/2010.

Auch im Inneren der Firma sieht es düster aus. Die schwache Gewinnentwicklung im abgelaufenen Quartal und eine Prognosesenkung für das Gesamtjahr hatten die Aktionäre von Bang & Olufsen am Mittwoch kalt erwischt. Die Titel sackten in einem nur etwas schwächeren Gesamtmarkt um bis zu 17,5 Prozent ab. Dabei hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr bereits erste Zeichen einer Erholung auf dem hart umkämpften Markt mit hochwertigen Audioprodukten gespürt.

Der Hersteller von Luxus-Unterhaltungselektronik hat wegen Absatzproblemen auf dem europäischen Markt sowie einer Umorganisation seines Vertriebsnetzes in Brasilien und China von September bis November vor Steuern nur 23 Millionen dänische Kronen (rund drei Millionen Euro) verdient; Analysten hatten im Schnitt 65,5 Millionen prognostiziert.

„Es ist eine große Enttäuschung, dass wir ein schwaches Ergebnis präsentieren mussten“, sagte B & O-Chef Tue Mantoni. Er räumte ein, dass es Unternehmensbereiche gibt, die sich nicht wie geplant entwickelt haben. Vor allem leidet der Konzern unter der konjunkturellen Schwäche in Europa. Teilweise ausgleichen konnte B & O die Umsatzverluste in Europa durch eine gestiegene Nachfrage in Brasilien, China, Indien und Russland. Deshalb will Mantoni künftig noch stärker als bisher auf diese Wachstumsmärkte setzen. Außerdem plant er ein stärkeres Engagement seines Unternehmens in Nordamerika.

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"Wir werden uns daran gewöhnen müssen"

Kommentare zu "Der Absturz von Bang & Olufsen"

Alle Kommentare
  • Vor sechs (6) Wochen musste ich ein nicht mehr funktionierendes B&O Gerät ins Service-Center
    nach Pullach zurückschicken. Mehr als zwei Jahre Garantie sind noch drauf. Die haben mir
    weder den Empfang bestätigt, noch lassen sie sich telefonisch erreichen.
    Die B&O Niederlassung in Karlsruhe hatte mir das Gerät unter, natürlich schriftlicher, Garantie
    verkauft und weigerte sich dann, unter unsäglichem Gehampel offenkundlig inkompetenter
    Mitarbeiter, den Garantiefall anzuerkennen. Was nun? What shall we do with a drunken sailor?
    Das finde iich alles ziemlich krank und die Leutchen hängen, so scheint es, an einem
    abbrechenden Ast.

  • Seit Jahren besitzen wir Produkte von B&O und wir hatten noch nie Probleme, wir sind super zufrieden, danke!!!

  • Bang & Olufsen ist das beste was es gibt, zwar etwas zu teuer, aber in allen Punkten sehr gut. Habe seit 1993 eine beosound 2500 und seit 2011 eine beosound 3200 Anlage. Dazu die beolab 8000 Lautsprecher und die Beolab 2500 Lautsprecher und bin sehr zufrieden, bester Sound den es gibt. Bei denn Fernseher sind sie etwas zu teuer, aber schaut euch mal Loewe an, die kosten fast genau soviel und sind ein Schrott. Habe im Jahre 2007 einen Loewe gekauft und bin überhaupt nicht zufrieden. Das fängt schon bei der Fernsteuerung an, die man ständig in die Hand nehmen muß um irgendetwas am Fernseher einzustellen, etwa den Ton oder umzuschalten und Lautsprecher totalschrott.
    Die Bang & Olufsen Geräte kann man ohne das man die Steuerung auf das Gerät richtet umschalten oder Lautstärke verändern.
    Und die lautsprecher sind das beste was es gibt.

    Und eines ist auch sicher auch nach 20 Jahren ist die Anlage immer noch ein hingucker.

  • Bang & Olufsen kocht auch nur mit Wasser, natürlich.
    Ich bin aber auch überzeugt, das das potentielle Herziehen eher mit Unwissen und ggf. auch Neid zu tun hat. Das B&O primär in Dänemark produziert ist ein absoluter Kaufgrund. "Made in China" bekomme ich an jeder Ecke... dafür brauche ich nicht viel Geld auszugeben - und sehe es auch gar nicht ein.
    Davon ab sind die modernen Made in China Geräte teilweise eine Beleidigung für Augen, Ohren und Tastsinn. Plastikschrott in Joghurtbecherqualität - und dafür zahle ich wenn es sich vermeiden lässt: Nichts!
    Auch Loewe oder Technisat beispielsweise würde ich sicherlich NICHT mehr kaufen, wenn die von Made in Germany zu Made in China wechseln.

    Ich stimme dem Kommentar bzgl. der Süffisanz des Autors ebenfalls zu. Wenn der Autor PRO Outsourcing ist: Weg mit ihm! Kann dann ein Bulgare, Rumäne o.ä. für den Bruchteil seines Gehalts erledigen. Ist ja in seinen Augen eine willkommene Entwicklung! :-)
    Ach, und schlecht recherchiert ist es auch noch: Wo kosten denn B&O Kopfhörer 900,- Euro? Da war wohl jemand noch nie in so einem Shop. Die aktuellen Kopfhörer liegen bei 120,- bzw. 160,- Euro.

  • hallo ,
    hätte gern mal gewusst, ob die leute die hier so über b&o
    herziehen, überhaupt wissen wovon sie da so unqualiziert
    daherfaseln - sorry , aber das musste jetzt mal sein.
    bin kein ahnungsloser snob, der zuviel kohle hat - besitze
    mehrere b&o anlagen ( meist defekt erworben und selber
    repariert ) - die kann man wenigstens noch reparieren !
    ich erfreue mich jeden tag an diesen meilensteinen der hifi-technik , sowohl vom design als auch von der funktionalität - also wer diese anlagen nicht kennt, sollte nicht so dummes zeug verbreiten.
    und komischerweise werden für bestimmte modelle derart
    hohe preise verlangt und auch bezahlt - ist halt kein
    mediamarkt - ramsch , der nach kürzester zeit den geist
    aufgibt.
    neid ist übrigends die höchste form der anerkennung.

  • @graintrader
    Stimme voll zu.
    Die Zeitungsleute berichten ja nur was andere entscheiden und umsetzen.
    Selber üssen die Zeitungsmenschen ja nichts realisieren -- ausser scharfen Kommentaren!!

  • Gutes muss (eben nicht mehr) teuer sein.

  • Der Autor dieses Artikels kommentiert so süffisant, dass B&O immer noch in Dänemark produziert ( und nicht wie üblich in einem Billiglohnland ). Hoffentlich kritisiert der selbe Autor nicht, dass man ja das Handelsblatt immer noch in Deutschland produziert. (Kostengünstig geht auch in der Türkei ). Dann gute Reise !

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