Unterhaltungselektronik: Sony erwartet größten Verlust in Unternehmensgeschichte

Unterhaltungselektronik
Sony erwartet größten Verlust in Unternehmensgeschichte

Der japanische Elektronikkonzern Sony steuert auf den größten Verlust in seiner Unternehmensgeschichte zu. Um das eigene Überleben zu sichern, greift der Konzern jetzt noch härter durch und verschärft sein Sparprogramm.
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HB TOKIO. Die Lage beim japanischen Elektronikkonzern Sony spitzt sich zu. Angesichts eines erwarteten Milliardenverlusts drückt das Unternehmen die Kosten weiter. Statt jährlich 100 Millionen Yen will Sony nun ab dem nächsten Geschäftsjahr 2009/2010 (per Ende März) 250 Millionen Yen (2,1 Milliarden Euro) einsparen, wie der Konzern in Tokio mitteilte. Vor allem die Fernsehgeräte-Sparte muss darunter leiden: Eine LCD-Fabrik wird geschlossen, die Zahl der Entwickler um fast ein Drittel reduziert. Die Software für die Geräte soll künftig verstärkt aus Billiglohnländern kommen, etwa aus Indien. Die Kosten für den Umbau des Konzerns bezifferte Sony nun auf umgerechnet 500 Millionen Euro im laufenden und 950 Millionen Euro im nächsten Geschäftsjahr.

Wie viele Mitarbeiter insgesamt gehen sollen, ließ Sony offen. Alleine durch die Schließung des Fernsehgeräte-Werks verlieren 1 000 Leiharbeiter ihren Job. Schon im Dezember hatte der Konzern bereits angekündigt, 16 000 Stellen streichen zu wollen. Für die Festangestellten soll es bald ein Frühverrentungsprogramm geben. Die Mitarbeiter im Management müssen überdies Einbußen bei Boni und Grundgehältern im laufenden Geschäftsjahr 2008/2009 hinnehmen.

Sony rechnet 2008/2009 mit dem größten Verlust der Unternehmensgeschichte. Unterm Strich soll das Minus bei 150 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro) liegen. Dem Elektronikkonzern machen wie vielen anderen japanischen Unternehmen der starke Außenwert des Yen und ein Einbruch der Nachfrage angesichts der weltweiten Konjunkturkrise zu schaffen. Statt eines Jahresumsatzes von 9,0 erwartet Sony nun nur noch 7,7 Billionen Yen (66,4 Milliarden Euro).

Vor allem das Elektronikgeschäft wird nach Einschätzung von Sony einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnen: das Ergebnis soll um 340 Milliarden Yen (drei Milliarden Euro) niedriger ausfallen als erwartet. Für die nächsten Monate erwartet Sony weiterhin ein schwieriges Marktumfeld und will deswegen die Investitionen um zwölf Prozent zurückfahren.

Dass es der gesamten Branche schlecht geht, zeigte am Donnerstag der südkoreanische Rivale LG. Er vermeldete für das Schlussquartal 2008 einen Rekordverlust und gab einen trüben Ausblick auf 2009. Demnach hält die schwache Nachfrage nach Konsumelektronik an.

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