Unternehmen will keine größeren Zugeständnisse mehr machen
Kartellamt mahnt Kabelfusionsvorhaben ab

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) hat vom Bundeskartellamt eine Abmahnung wegen der geplanten milliardenschweren Übernahme erhalten.

HB FRANKFURT. „Wir haben jetzt schriftlich, was wir letzte Woche gehört hatten“, sagte ein Sprecher der KDG am Montag. „Das Zusagenpaket hat beim Kartellamt nicht die Gnade gefunden, die wir erhofft hatten.“ Der Sprecher kündigte an, Kabel Deutschland werde keine größeren Zugeständnisse mehr machen. „Aber wir werden nochmal versuchen zu erläutern, was wir vorgelegt haben“, ergänzte er. Der Marktführer hat nun bis Freitag Zeit, eine Antwort auf die Abmahnung abzugeben.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Bundeskartellamt der KDG zufolge auch nach der Vorlage umfangreicher Zugeständnisse eine Zustimmung zu dem Vorhaben weiter abgelehnt.

Das Kartellamt will bis zum 7. Oktober über die beantragte Fusion der KDG mit den kleineren Konkurrenten Kabel Baden-Württemberg, Ish (Nordrhein-Westfalen) und Iesy (Hessen) entscheiden. Dadurch würde praktisch wieder ein Kabel-Monopol in Deutschland mit der Versorgung von mehr als 17 Millionen Haushalten mit TV- und Radiosignalen entstehen.

Das Kartellamt hatte im August in einer vorläufigen Entscheidung die Fusion zunächst abgewiesen und dies mit einer Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung der KDG bei der Einspeisung von Rundfunk- und TV-Programmen in die Kabelnetze und auf dem Markt für das digitale Abo-Fernsehen begründet. Kabel Deutschland hatte anschließend umfangreiche Zugeständnisse gemacht und beispielsweise angekündigt, das Kabelnetz deutlich stärker als geplant für die Internet-Nutzung auszubauen, was den Wettbewerb für die Deutsche Telekom bei Breitband-Internetanschlüssen verstärken könnte.

Kabel Deutschland gehört einem Konsortium aus den Investmentgesellschaften Apax Partners, Providence Equity und Goldman Sachs Capital Partners, die den Netzbetreiber 2003 von der Telekom übernommen hatten.

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