Unternehmens-Softwarehersteller
SAP übertrifft Erwartungen

Der weltgrößte Unternehmens-Softwarehersteller SAP hat nach einem kräftigen Wachstum beim Verkauf von Software-Lizenzen und-Wartung seine Erwartungen leicht nach oben geschraubt. Die am Dienstag vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal sind besser als von Analysten prognostiziert.

HB STUTTGART. SAP erwarte für 2008, den oberen Rand der bisher prognostizierten Spanne von 24 bis 27 Prozent Wachstum bei den Erlösen aus Softwarelizenzen und entsprechender Wartung zu erreichen, teilte der Konzern am Dienstag in Walldorf mit. Wechselkurseffekte sollen dabei ebenso außen vor bleiben wie Kosten aus der Übernahme von Business Objects.

Im zweiten Quartal kletterten diese Erlöse um 21 Prozent auf 2,061 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis sei um zwei Prozent auf 593 Mill. Euro gestiegen. Damit lagen die Zahlen etwas über den Analystenerwartungen. Experten hatten im Schnitt mit Erlösen aus dem Verkauf von Softwarelizenzen und Wartung von 2,001 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 590 Mill. Euro gerechnet.

"Mit den Zahlen kann der Markt zufrieden sein", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Frankfurtfinanz. "Sie waren durch die Bank etwas besser als erwartet." Die Aktien von SAP haben zu Handelsbeginn am Dienstag gegen den Trend zugelegt. Sie lagen fünfeinhalb Prozent über ihrem Vortagesschluss von 33,95 Euro.

Überschattet werden die guten Zahlen von den nach wie vor im Raum stehenden Vorwürfen des SAP-Konkurrenten Oracle, das SAP-Management habe das unerlaubte Herunterladen von Oracle-Daten bei der US-Tochter TomorrowNow gebilligt. Dadurch seien Kunden abgesprungen. Co-Chef Henning Kagermann sagte dazu, er selbst und der Vorstand hätten sich stets „absolut korrekt“ verhalten. Er fügte hinzu, man habe bereits zugegeben, dass Mitarbeiter unangemessen Software von einer Internetseite für die Kundenbetreuung von Oracle heruntergeladen haben.

Der US-Softwarekonzern erhebt indes in einer erweiterten Klage nun erstmals auch Vorwürfe gegen das Management. In einer Einlassung beim Bezirksgericht San Francisco verweist Oracle auf interne SAP-Dokumente. Sie würden zeigen, dass Kagermann und drei weitere SAP-Manager am 7. Januar 2005 ein vertrauliches Dokument erhalten hätten. Es habe klargemacht, dass TomorrowNow nicht gesetzestreu arbeitete. Das Management von SAP sei damit vor dem Kauf von TomorrowNow gewarnt gewesen, dass es dort illegale Aktivitäten gebe. SAP hatte das US-Unternehmen am 19. Januar 2005 erworben. Der Rechtsstreit mit dem Walldorfer Unternehmen ist bei dem Gericht in San Francisco bereits seit 16 Monaten anhängig.

Ein SAP-Sprecher sagte dazu, sein Unternehmen werde sich zu den Vorwürfen spätestens bis zum 11. September bei Gericht äußern. SAP will den öffentlichen Streit mit Oracle möglichst schnell außergerichtlich beilegen, beißt damit aber auf Granit bei den Amerikanern. Kommt es nicht zu einer Einigung, wird der Prozess voraussichtlich erst im Februar 2010 beginnen. Neben dem möglicherweise Jahre dauernden Zivilprozess droht SAP in den USA auch ein Strafprozess. Oracle hat den Schaden auf eine Milliarde US-Dollar beziffert. Vor wenigen Tagen hatte SAP mitgeteilt, das Geschäft bei der US-Tochter TomorrowNow werde eingestellt.

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