Unternehmensdaten
Amazon wildert im Revier von SAP

Amazon gräbt SAP, IBM und Microsoft in ihren Kernbereichen das Wasser ab: Der Online-Händler will Firmen künftig alle relevanten Daten zur Unternehmensführung liefern – und bald auch die passenden Entscheidungen dazu.

Las VegasGigabyte, Terabyte oder Petabyte: Schier unvorstellbare Datenmengen speichern Unternehmen heute irgendwo auf Computern, Servern, in Datencentern oder im Internet. Doch das alleine bringt ihnen gar nichts. Das Geheimnis sind Analyse und Auswertung der Daten zur Unternehmensführung. Ein Geschäft, „Business Intelligence“ genannt, mit dem Unternehmen wie IBM, Microsoft oder SAP Milliarden von Dollar und Euro verdienen.

Das soll das „Quicksight“ genannte Modul von AWS, der Internet-Tochter das Handelsriesen Amazon, bald für ein Zehntel der üblichen Preise erledigen, verspricht Matt Wood bei der Vorstellung der Technik.

Quicksight spannt sich wie ein gigantischer Schirm über vielleicht Billionen von Daten, die irgendwo in der Firmen-Cloud eines Unternehmens bei Amazon liegen und vielleicht längst vergessen sind. Dann werden durch die Software Verbindungen zwischen den Daten gesucht und die Ergebnisse automatisch visuell in Balken-, Torten- oder Liniengrafiken aufbereitet. Erscheint etwas interessant, kann ein Nutzer immer tiefer in die Datenbestände eintauchen.

Ein Zugang für einen Mitarbeiter kostet ab neun Dollar pro Monat, verspricht Amazon. Und wichtiger noch: Die Nutzer brauchen dafür keinerlei IT-Kenntnisse. Es ist damit praktisch das erste Produkt, mit dem sich die Cloud-Firma nicht an Software-Entwickler wendet, sondern direkt an Vertriebsmitarbeiter, Produkt- oder Marketingverantwortliche.

Wie geht es weiter? Im Gespräch mit dem Handelsblatt stellte AWS-Chef Andy Jassy heraus, dass Quicksight eine Forderung der Kunden war. Und ein großes Interesse bestehe daneben auch an „Analytics“. Das ist grob gesagt der Überbegriff für die Unternehmensplanung auf Grundlage vorhersagender Datenanalyse. Mit anderen Worten: Als nächstes würde die Amazon-Cloud nicht nur die Daten durchsuchen und zeigen, sondern auch gleich noch empfehlen, was man damit machen könnte. Oder Analytics wird gleich eigenständig Maßnahmen ergreifen.

Amazons Cloud-Industrie wächst massiv. „Unsere Runrate ist 7,3 Milliarden Dollar pro Jahr“, stellt Jassy fest. Die „Runrate“ beschreibt, wie das Jahresergebnis ausfallen würde, wenn das Ergebnis des vergangenen Quartals bis Jahresende unverändert fortgeschrieben wird. Aber Stillstand war noch nie Jassys Ziel. „Es wächst viel schneller als wir geplant haben und wir waren schon viel optimistischer als der Rest der Branche“, so der AWS-Chef.

Seite 1:

Amazon wildert im Revier von SAP

Seite 2:

Datenbestände per Lkw

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%