Unternehmenszahlen
Blackberry spart sich in die Gewinnzone

Überraschung bei Blackberry: Dank eines strikten Sparkurses kann der angeschlagene Smartphone-Pionier einen Gewinn verbuchen. Doch zurück zu alter Stärke ist es noch ein weiter Weg.
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Waterloo/TorontoEin strikter Sparkurs hat den angeschlagenen Smartphone-Pionier Blackberry vor neuerlichen Verlusten bewahrt. Das vom deutschen Manager Thorsten Heins geführte Unternehmen konnte im vierten Geschäftsquartal (bis Anfang März) einen Gewinn von unterm Strich 98 Millionen US-Dollar (77 Mio. Euro) erwirtschaften. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Minus von 125 Millionen Dollar aufgelaufen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem zum Vorjahreszeitraum eingedämmten, aber immer noch deutlichen Fehlbetrag gerechnet.

Dennoch hat Blackberry noch einen weiten Weg vor sich hin zu alter Stärke. Der Umsatz sank im Quartal, und zwar um satte 36 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar.

„Wir haben zahlreiche Änderungen über das vergangene Jahr bei Blackberry vorgenommen“, erklärte Heins am Donnerstag am Firmensitz im kanadischen Waterloo. Er strich unter anderem 5000 von einst 16 500 Stellen. Dadurch konnte er die Kosten massiv senken und so den Verkaufsrückgang abfedern. Weil viele Kunden auf Apples iPhone oder Android-Smartphones umgeschwenkt sind, brach der Umsatz um 44 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar ein.

Smartphone-Modelle mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 sollen nun die Wende bringen. Heins hatte Ende Januar das Blackberry Z10 mit berührungsempfindlichem Bildschirm und das Q10 mit der klassischen Blackberry-Tastatur vorgestellt. Entwickler und Mobilfunkanbieter bewerten das Gerät bislang gut. Der Verkauf in wichtigen Märkten wie den USA ist aber erst kürzlich angelaufen, weshalb sich das Unternehmen im vergangenen Quartal weitgehend auf die alten Typen stützen musste. Vom Z10 lieferte Blackberry 1 Million Stück aus, von den Vorgängermodellen 5 Millionen. Zum Vergleich: Apple verkaufte im Schlussquartal 47,8 Millionen iPhones, für Samsung wird der Smartphone-Absatz auf rund 63 Millionen Stück geschätzt.

Am Markt kamen die Zahlen unterschiedlich an. Im vorbörslichen Handel an der US-Börse schossen die Aktien zunächst fast zehn Prozent in die Höhe, drehten dann aber fast vier Prozent ins Minus. Daran änderte auch die Aussage nichts, dass sich der Konzern im laufenden ersten Quartal dank Kostensenkungen, einer verbesserten Lieferkette und höheren Margen für seine Geräte an der Gewinnschwelle bewegen werde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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