Unterschriftenaktion Hunderter Künstler
Politiker fordern Quote für deutsche Musik

Um den Musikern unter die Arme zu greifen, haben sich sich mehrere Politiker für eine Quote für deutsche Lieder im Radio ausgeprochen. Sie unterstützten damit eine Künstler-Initiative.

HB BERLIN. Politiker aller Parteien haben in der «Bild am Sonntag» eine Quote für deutsche Musiktitel im Radio gefordert. «Bei der Quotierung geht es die Förderung von kultureller Vielfalt und Kunst, nicht um die Unterstützung erfolgloser Künstler oder Deutschtümelei», wird Claudia Roth (Grüne) zitiert. «Die reale Existenzsituation nationaler Künstler ist besorgniserregend», sagte Roth, die in den 80er Jahren Managerin der Rockband Ton Steine Scherben war.

Auch Antje Vollmer (Grüne), Wolfgang Thierse (SPD) und Kultur-Staatsministerin Christina Weiss sprachen sich für eine Quote aus. Vollmer sagte, sie leide unter dem «Einheitsbrei im Radio». Thierse schlug statt einem Gesetz eine freiwillige Selbstverpflichtung der Rundfunkanstalten vor. Mit dem Thema wird sich am 29. September der Ausschuss für Kultur und Medien im Bundestag beschäftigen.

Zuvor hatte der Musik-Produzent und Nena-Entdecker Jim Rakete eine Unterschriftenaktion initiiert, an der sich laut der Zeitung rund 600 Künstler beteiligten, darunter Stars wie Peter Maffay, Udo Jürgens oder Yvonne Catterfeld. «Viele Sender weigern sich, mich und meine deutschen Kollegen zu spielen. Das ist Zensur», beklagte Peter Maffay. Die Zuhörer würden durch «englische Einheitsmusik manipuliert». Und Udo Jürgens sagte: «Das Gesetz ist wichtig, weil wir sonst keine Chance gegen die Übermacht amerikanischer Produktionen haben.»

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