Unterstützung des Managements
Permira steigt in Freenet-Machtkampf ein

Das Freenet-Management erhält offenbar Unterstützung gegen die Rebellen aus dem Lager von United Internet: Die Beteiligungsgesellschaft will Finanzkreisen zufolge nach einem möglichen Einstieg bei der Freenet AG, Vorstand und Aufisichtsrat das Vertrauen aussprechen.

HB FRANKFURT/HAMBURG. Sollte der Einstieg von Permira bei Freenet wie geplant vor der Hauptversammlung am 8. August gerichtlich abgesegnet werden, werde der Finanzinvestor Vorstand und Aufsichtsrat das Vertrauen aussprechen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Es gebe auch keinen Geheimplan mit den rebellischen Freenet-Großaktionären United Internet und Drillisch, die Führung zu stürzen. "Permira macht mit diesen beiden Firmen keine gemeinsame Sache", sagte der Insider. Der Finanzinvestor selbst wollte sich dazu nicht äußern.

United Internet (UI) und Drillisch wollen Vorstand und Aufsichtsrat von Freenet stürzen und suchen dafür derzeit die Unterstützung anderer Investoren. Freenet-Aktionär Teles hatte bereits am Freitag angekündigt, gegen die Anträge von Drillisch und UI zu stimmen. Freenet hatte zuvor mit dem Kauf des Rivalen Debitel den Plan der beiden rebellischen Aktionäre durchkreuzt, Freenet zu übernehmen und unter sich aufzuteilen. Drillisch hatte sich das Mobilfunkgeschäft von Freenet einverleiben wollen, United Internet ein Auge auf deren Internet-Geschäft geworfen. Debitel-Eigner Permira soll im Zuge einer Kapitalerhöhung mit 25 Prozent neuer Großaktionär von Freenet werden. Das Kieler Registergericht soll in den kommenden Tagen entscheiden, ob die neuen Aktien ins Handelsregister eingetragen werden, womit Permira der Einstieg bei Freenet ermöglicht würde. United Internet und Drillisch verfügen bislang nach Freenet-Angaben zusammen über 26,3 Prozent der Stimmrechte. Der Anteil würde sich bei der Kapitalerhöhung verwässern. Finanzkreise gehen davon aus, dass United Internet und Drillisch ihren Anteil bis zur Hauptversammlung auf 29 Prozent aufstocken werden.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete am Montag von einer Absprache Permiras mit United Internet und Drillisch. Demnach soll Freenet-Chef Eckhard Spoerr nur einige Monate im Amt bleiben und dann durch Debitel-Chef Oliver Steil ersetzt werden. Im Gegenzug bekomme Permira Sitze im ausgetauschten Aufsichtsrat.

Steil richtet seinen Blick unterdessen auf das fusionierte Unternehmen. "Damit hat sich unsere Branche weitgehend fertig konsolidiert", zitierte die Tageszeitung "Die Welt" den Debitel-Chef vorab aus ihrer Dienstagausgabe. Tatsächlich verbleibt nach dem Zusammengehen mit Freenet nur noch der kleine Provider Drillisch mit 2,2 Mill. Kunden. Einen späteren Kauf des Unternehmens aus Maintal bei Frankfurt habe Steil nicht ausschließen wollen, berichtete die Zeitung. Zusammen mit der größeren Debitel will Freenet zum drittgrößten Mobilfunkanbieter in Deutschland hinter T-Mobile und Vodafone aufsteigen. Die Fusion mit Freenet schaffe eine größere Einkaufsmacht gegenüber Netzbetreibern und Geräteherstellern, sagte Steil. Dadurch seien Einsparungen möglich. Debitel kauft wie Freenet Telefonminuten bei den Netzbetreibern ein und bietet seinen Kunden dann eigene Handy-Tarife an. Außerdem verkauft der Mobilfunk-Provider zu einem geringeren Anteil auch die Tarifpakete der Netzbetreiber. Branchenbeobachter bezweifeln jedoch, ob diese Konstruktion in Zukunft Bestand hat. Der Marktanteil der Mobilfunk-Provider hat über Jahre stetig abgenommen.

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