Unzufriedene Aktionäre
Yahoo-Investoren drängen auf Fusion mit AOL

Die Aktionäre vom E-Mail- und Suchmaschinen-Anbieter Yahoo machen sich weiter stark für eine Fusion mit AOL. AOL-Chef Tim Armstrong räumt einem solchen Deal allerdings nur wenig Chancen ein.
  • 0

New YorkUnzufriedene Yahoo-Aktionäre drängen immer stärker auf eine Fusion mit AOL. Kürzlich wurden mindestens zwei der zehn größten Investoren von Yahoo direkt bei AOL-Chef Tim Armstrong vorstellig, um Möglichkeiten für einen Zusammenschluss der beiden ins Hintertreffen geratenen Internetpioniere auszuloten.

Armstrong sehe zwar die Vorteile, sagten die Investoren der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings habe der AOL-Chef einem solchen Deal keine großen Chancen eingeräumt, betonten beide Großaktionäre sowie zwei Insider. Er habe angedeutet, solche Schritte nur in gegenseitigem Einvernehmen zu erwägen. Beide Konzerne wollten sich nicht dazu äußern. Erst im September war der Finanzinvestor Starboard bei Yahoo eingestiegen und hatte eine Fusion mit AOL gefordert.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer versucht seit zwei Jahren, den einst führenden E-Mail- und Suchmaschinen-Anbieter wieder auf Vordermann zu bringen. Dazu hat der Konzern eine Reihe aufstrebender Internet-Firmen übernommen, um stärker junge Nutzer anzulocken und das schwächelnde Werbegeschäft genauer auszurichten. Neuster Zukauf ist der Video-Werbedienst BrightRoll, für den Yahoo nach Angaben von Dienstag 640 Millionen Dollar auf den Tisch legt.

Zuletzt wurde die Kritik am Kurs von Mayer lauter. Starboard und andere Investoren warfen ihr vor, zu viel Geld für Übernahmen und den Konzernumbau auszugeben. Sie sind der Meinung, dass eine Fusion mit AOL im Konkurrenzkampf mit Google und Facebook sinnvoller sei. Auch zwei AOL-Großktionäre sprachen kürzlich mit Armstrong darüber und machten Einsparungen von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar aus. Starboard will zudem erreichen, dass Yahoo Beteiligungen in Asien zu Geld macht.

Yahoos Börsenwert liegt bei etwa 47 Milliarden Dollar. Alleine der Anteil am chinesischen Online-Händler Alibaba beläuft sich aber auf 44 Milliarden. Der aktuelle Aktienkurs bewerte damit das eigentliche Geschäft von Yahoo nicht ausreichend, kritisieren Anleger.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Unzufriedene Aktionäre: Yahoo-Investoren drängen auf Fusion mit AOL"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%