US-Abhörskandal: Is Big Brother watching me?

US-Abhörskandal
Is Big Brother watching me?

Der US-Geheimdienst NSA soll eine Standleitung zu den Servern von Google, Facebook & Co. haben. Die Aussagen der amerikanischen Regierung dazu führen zu großer Verunsicherung. Werden auch wir überwacht?
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DüsseldorfSpioniert die US-Regierung flächendeckend Nutzer amerikanischer Internet-Dienste wie Google, Apple und Facebook aus? Interne Unterlagen des Geheimdiensts NSA über das Abhörprogramm „PRISM“ legen das nahe. Offenbar zielt die Überwachung gerade auf Nutzer aus dem Ausland – und somit auch Deutsche. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Daten im Internet werden überwacht?

Dass die NSA im Netz schnüffelt, darauf deuten Berichte von Aussteigern schon länger hin. „Washington Post“ und „Guardian“ berichten nun von einem bislang unbekannten Überwachungsprogramm, mit dem der Geheimdienst seit 2007 direkt auf die Server der führenden amerikanischen Internet-Firmen zugreifen könne, um Informationen abzugreifen: E-Mails, Dokumente, Chatprotokolle und Verbindungsdaten etwa. Sie berufen sich dabei auf eine als streng geheim klassifizierte, interne Präsentation der NSA vom April 2013.

„Sammlung direkt von den Servern dieser US-Diensteanbieter“, heißt es darin – und wird das Who is Who des Silicon Valley aufgelistet: Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, AOL, Skype, YouTube und Apple nehmen angeblich an dem Programm teil, zudem der in Deutschland bislang kaum bekannte Videochat Paltalk. Treffen die Berichte zu, sind die Nutzer der beliebtesten Online-Dienste im Visier der NSA.

Was sagen die Unternehmen und die US-Regierung dazu?

Google, Facebook, Yahoo und Microsoft bestritten, den US-Behörden einen direkten Zugriff auf ihre Server zu gestatten, Apple erklärte gar, nie von dem Programm gehört zu haben. Nach Einschätzung der „Washington Post“ könnte es aber ein Arrangement geben, mit dem die Geheimdienste Daten erlangen, ohne direkt auf die Firmenrechner zuzugreifen. So oder so sind die Vorwürfe für die Unternehmen ein PR-GAU, zumal sie stets beschwören, die Privatsphäre der Nutzer zu achten.

Die Obama-Regierung bestätigte die Existenz des Programmes und ließ gleichzeitig wissen, dass es sich vor allem gegen Nicht-Amerikaner richte, die außerhalb des Landes lebten – und somit auch Deutsche. Sauber trennen zwischen In- und Ausländern lässt sich indes kaum, die NSA-Präsentation zeigt, dass die Entscheidungskriterien flexibel sind. Das dürfte in den USA für große Aufregung sorgen. Zudem ist noch unklar, ob PRISM auf Terrorismusverdächtige oder Straftäter abzielt oder umfassender ist.

Kommentare zu " US-Abhörskandal: Is Big Brother watching me?"

Alle Kommentare
  • Ist doch alles Schnee von gestern. Schon vor Monaten wurde gewarnt, dass die Amerikanischen Geheimdienste, die Clouds auf Americanischen Boden durchsuchen. Schon unter Bill Clinton wurde der CIA angehalten Wirtschaftsspionage zubetreiben und die machen sicherlich keinen Unterschied zwischen Freund und Feind. Weshalb die grosse Aufregung. Wer sicher gehen möchte, der installiert eine Firmen interne Cloud, oder informiert sich vorher, wo er die Daten ablegt. Genauso wie keine vertraulichen Dokumente per E-Mail verschickt werden sollte. Wer es denn noch macht, muss sich nicht wundern wenn eine andere Regierung wind davon bekommt. Manchmal hat die gute alte Post doch noch sinnvoll. Es ist doch keiner so naiv und die US-Army unterhält ihre Horchposten nur aus dem Grund in Deutschland damit sie Hussain und Co beim Frühstücken zuhören kann.

  • Oje, jetzt sind wir aber überrascht.

    http://www.globalresearch.ca/socziale-medien-taktische-informationsgewinnung-spionage-und-propaganda-mittels-facebook-twitter/29447

    Versuche mal in diesem unterbelichteten Land eine internetkritische Website zu finden. Wer das Netz kritisiert, der kritisiert Gott.
    Ja, das ist halt die moderne Zeit und Smartphones sind die Jugend.

    Komisch ist, dass ich das schon immer wusste. Und ich habe schon immer im Krieg mit dieser digitalen Pest gelegen.



  • Meinen Blog darf jeder lesen, auch die Geheimdienste. Sie können ja ab und zu nachsehen, ob er gelöscht wurde :-)

  • Die Enthüllungen über PRISM decken sich mit der Erfahrung einer Bekannten von mir bei der Einreise in die USA, die ich in meinem Blog beschrieben habe: US immigration authority can tap into Facebook accounts (http://hottelet.wordpress.com)

  • Beim bayr. Verfassungsschutz werden öffentliche Vorträge angeboten, die die ausländischen Spionageaktivitäten - oft staatlich gestützte, auch US-amerikanische - gegen dt. Unternehmen, gerade auch mittelständische, zum Inhalt haben. Ihnen würden die Ohren übergehen, glauben Sie mir

  • „Is Big Brother watching me?“

    Absolut Sicher!
    Ihr Tagesablauf, Ihre Kontakte, Ihre Wege, Ihr Leben,
    sind gespeichert
    und lassen eine Anamnese zu, die genauer, Aussagefähiger als durch persönliche Aussagen bei Verhören!

    die Zeit sollten Sie sich nehmen!
    20 Min. - nur ein kleiner Einblicke ...

    skadenz.sk.funpic.de/wordpress/

  • @wonderland666

    "Da würde ich aber mal die Kirche im Dorf lassen."

    Viele User stellen ihre Fotos in das Internet. Oft haben diese genaue Datums- und Zeitinformationen und immer oefter auch Geo-Tags und gar noch mehr, wie die benutzte Kamera. Mit Gesichtserkennung lassen sich mit diesen Daten sehr viele Informationen ableiten. Im schlimmsten Falle koennte man in Google nach Fotos suchen von wonderland666, seinen Freunden, nach Fotos mit seinen Freunden, nach benutzten Orten, etc. Aber diese Suche ist eigentlich harmlos im Vergleich zum Profiling, welches viele Unternehmen basierend auf diesen Daten vornehmen werden.

  • Wirtschaftspionage ersten Grades.

    Google kann aufgrund der Sucheingaben, besuchter Seiten, Käufe etc. ein Persönlichkeitsprofil eines Jeden erstellen. Mit Streetview weiß man wo "der" wohnt. Mit google Maps wird der momentane Aufenthaltsort festgestellt. Aber nicht so sehr der private Nutzer ist interessant, sondern viel interessanter sind die Leistungsträger der Wirtschaft und der Politik. Man googelt ja eben nach den Dingen an denen man arbeitet, forscht usw.
    Externe Mails können im WEB mitgelesen werden und Blackberry sendet sie dazu gleich standardmäßig über Kanada.
    Informationen die auf Facebook, Twitter usw. geposted werden lassen sich heute schon problemlos auswerten und liefern die tägliche Kommunikation und das soziale Netzwerk des Observierten.
    Einzig der Schriftverkehr und die Gedanken sind noch nicht in ausreichendem Maße für die Spione verfügbar. Dafür hat man jetzt aber die Cloud und Evernote

  • Noe wenn das soviele Worte sind bekommt man das rausgefiltert.

  • Da würde ich aber mal die Kirche im Dorf lassen.
    Wenn die CIA unbedingt von mir obenen ohne Fotos im Garten mit Shorts haben will...von mir aus, sofern das nicht der breiten Masse zugänglich gemacht wird. Da gehe ich in der Datenflut eh verloren.
    Die Wirtschaftsspionagemöglichkeit ist allerdings ein echtes Problem. Soviele interessante Firmen dürfte es nicht geben auf die da Zugriff haben, so dass die wenigen echt in Gefahr sind.

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