US-Aktionäre kündigen nach Prognosekorrektur eine Sammelklage an
Samsung und Siemens profitieren von Nokia-Schwäche

Genaue Prognosen trauen sich die Branchenexperten noch nicht zu. Soviel steht für sie aber fest, nachdem der weltweit größte Mobiltelefonhersteller Nokia im ersten Quartal große Schwächen offenbarte und die Märkte am Dienstag mit einer Umsatzwarnung schockierte: „Die Konkurrenten aus Asien, vor allem Samsung und LG Electronics, weiten ihre Marktanteile auf Nokias Kosten aus“, sagt John Jackson, Analyst bei der Marktforschungsgesellschaft Yankee Group. Und damit sei Nokia weiter denn je davon entfernt, den Marktanteil – wie ursprünglich geplant – in nächster Zeit auf 40 % auszubauen.

DÜSSELDORF. Auf dem europäischen Markt macht zudem Siemens dem finnischen Marktführer zu schaffen. „Nokias Vorsprung in Europa und auch in Asien hat sich bereits in den vergangenen Quartalen verringert und diese Tendenz wird weiter anhalten“, sagt Neil Mawston, Analyst bei dem Marktforschungsinstitut Strategy Analytics.

So haben die Konkurrenten nach Angaben von Nokia die Zahl ihrer verkauften Geräte zwischen Januar und März 2004 um 25 % gesteigert. Die Finnen dagegen sind langsamer gewachsen – mit einem Plus von 19 %. Das Ergebnis: Der Nokia-Umsatz im ersten Quartal ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ersten Berechnungen zufolge um 2 % auf 6,6 Mrd. Euro geschrumpft. Dabei hatte der Konzern einen deutlichen Zuwachs in Aussicht gestellt.

Dass Nokia mit seiner Prognose so daneben lag, könnte ein juristisches Nachspiel haben: US-Aktionäre werfen dem Unternehmen „erhebliche Falschangaben“ vor. Eine Anwaltskanzlei reichte daher eine Sammelklage gegen Nokia vor einem New Yorker Bezirksgericht ein.

Die erfolgreiche Aufholjagd der Nokia-Konkurrenten erklären Analysten vor allem damit: „Die anderen sind einfach besser geworden, was Design, Qualität und Preis angeht“, sagt Jackson. Zudem seien sie aggressiver und investierten beispielsweise mehr Geld in Marketing, ergänzen andere Analysten. Laut Mawston von Strategy Analytics kommt hinzu: „Vor allem in Westeuropa gilt Nokia nicht mehr als hip, es macht sich eine gewisse Ermüdung breit, die auch den Unternehmen aus Asien zugute kommt.“

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