US-Aufsichtsbehörde: Vorbehalte gegen Übernahme von T-Mobile US

US-Aufsichtsbehörde
Vorbehalte gegen Übernahme von T-Mobile US

Die US-Wettbewerbsbehörden könnten Sprint einen Strich durch die Rechnung machen. Der drittgrößte US-Mobilfunkkonzern hat offenbar Interesse an T-Mobile US, doch der Chef der Behörde ist skeptisch.
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New YorkDie Chancen für eine Übernahme der Deutschen-Telekom-Tochter T-Mobile US durch den amerikanischen Konkurrenten Sprint sinken. Der Chef der Aufsichtsbehörde FCC, Tom Wheeler, hat nach Angaben eines Behördenvertreters Vorbehalte gegen den Zusammenschluss der Nummer drei und vier auf dem US-Markt.

Dieser habe gegenüber dem Verwaltungsratschef des Sprint-Mutterkonzerns, der japanischen Softbank, Bedenken geäußert, sagte der FCC-Vertreter, der über das Gespräch informiert wurde, aber selber nicht daran teilgenommen hat. Wheeler habe aber zugesagt, das Vorhaben wohlwollend zu überprüfen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Softbank und Sprint lehnten eine Stellungnahme ab. Auch die FCC äußerte sich nicht offiziell.

Die Einschätzung der FCC kommt nicht überraschend. Die US-Behörde steht Fusionen zwischen Betreibern von Mobilfunknetzen sehr skeptisch gegenüber und stoppte bereits vor zwei Jahren zusammen mit den Kartellwächtern des Justizministeriums den Verkauf des Telekom-Ablegers an AT&T.

Sprint argumentiert hingegen, dass es nur durch einen Zusammenschluss mit T-Mobile US zum Führungsduo Verizon und AT&T aufschließen könne. Weder Sprint noch T-Mobile haben bislang ein Rezept gegen die beiden Platzhirsche gefunden. Allerdings konnte T-Mobile US zuletzt mit einem Milliardenaufwand den jahrelangen Kundenexodus stoppen und wieder neue Vertragskunden an sich binden.

Über kurz oder lang will sich die Deutsche Telekom aus dem hart umkämpften amerikanischen Markt zurückziehen. Derzeit hält der Bonner Konzern noch 67 Prozent an T-Mobile US. Sprint wird bereits seit längerem ein Interesse an dem Konkurrenten nachgesagt. Insidern zufolge hat aber auch der US-Satelliten-Fersehanbieter Dish die Telekom-Tochter ins Visier genommen. Vermutlich wären die Bedenken der US-Kartellbehörden bei Dish geringer, weil das Unternehmen bislang nicht im Mobilfunkmarkt aktiv ist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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