US-Computerkonzern
IBM verdient trotz Krise blendend

Selbst die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten kann den US-Computerkonzern IBM nicht bremsen. Zwar fiel der Umsatz im zweiten Quartal, gleichzeitig lag der Gewinn allerdings deutlich über den Erwartungen. Deshalb hob IBM die eigene Prognose für das Gesamtjahr an.

HB NEW YORK. IBM erhöhte am Donnerstag seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. Konzernchef Sam Palmisano begründete die Stärke des Unternehmens mit dessen Neuausrichtung. IBM geht immer mehr weg vom Hardware-Geschäft und setzt stattdessen auf margenträchtige IT-Dienstleistungen.

IBM-Aktien verteuerten sich nach Vorlage der Zahlen nach US-Börsenschluss am Donnerstag um etwa drei Prozent auf 112,40 Dollar, nachdem sie in Erwartung eines guten Ergebnisses im Handelsverlauf bereits 3,2 Prozent zugelegt hatten.

Von April bis Juni verdiente IBM unterm Strich insgesamt 3,1 Mrd. Dollar nach 2,8 Mrd. vor einem Jahr. Erwartet hatten die Analysten dagegen einen leichten Rückgang. Pro Aktie stieg der Gewinn von 1,97 auf 2,32 Dollar. Im Gesamtjahr will das Unternehmen nun mindestens 9,70 Dollar je Anteilsschein verdienen. Bislang hatte der Konzern 9,20 Dollar angepeilt, was bereits über dem Vorjahreswert von 8,89 Dollar gelegen hätte.

Bereits seit Jahren nimmt die Bedeutung des Hardware-Geschäfts für den Konzern ab. So hatte IBM die Fertigung von Heimrechnern an die chinesische Lenovo verkauft. Geblieben sind die Server-Rechner, wie sie in Firmen und für den Datenverkehr im Internet eingesetzt werden. Bei Software und Beratung sind die Margen allgemein höher als bei Computern und Zubehör. Unter anderem deshalb war IBM auch nicht bereit, im jüngsten Bieterwettkampf um Sun Microsystems nachzulegen, einen Hersteller von Hochleistungsrechnern. Letztlich griff der Software-Konzern Oracle zu.

Beim Umsatz schlug die Wirtschaftskrise allerdings auch bei IBM durch. Er fiel wie erwartet von 26,8 auf 23,3 Mrd. Dollar. Davon war auch das wichtige Service- und Software-Geschäft betroffen. Gleichzeitig stiegen hier aber die Margen. IBM hat ein konzernweites Sparprogramm aufgelegt, bei dem auch Stellen wegfallen oder verlagert werden.

In Anbetracht der Wirtschafts- und Finanzkrise seien dies unglaublich gute Zahlen, bewertete Mike Holland von der Investmentfirma Holland & Co die Ergebnisse. Analyst Kim Caughey von Fort Pitt Capital Group sagte, nach den guten Zahlen von IBM und des Chip-Giganten Intel blicke er nun optimistischer in die Zukunft. Insgesamt traue er dem Technologiesektor nun wieder mehr zu.

IBM-Chef Samuel Palmisano sagte, die Zahlen seien ein Beleg für den Erfolg des Konzernumbaus. „Auf dem Weg zu unserem Ziel für 2010 von einem Gewinn von zehn bis elf Dollar je Aktie kommen wir schneller voran als geplant“, sagte er. Finanzchef Mark Loughridge sagte, trotz des noch rauen wirtschaftlichen Umfelds sehe er noch weiteren Spielraum für eine Steigerung der Profitabilität. Zudem dürften das Konjunkturprogramm der Regierung und ein schwächerer Dollar dem Unternehmen weiteren Rückenwind geben.

IBM gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als wichtiger Gradmesser für die gesamte IT-Branche. Ein weiteres Schwergewicht, der Prozessorenprimus Intel , hatte zu Wochenbeginn bereits vergleichsweise gute Zahlen vorgelegt und damit die Hoffnung auf eine rasche Erholung des gebeutelten Technologiesektors geschürt.

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