US-Finanzinvestor lobt Telekom-Chef für Konzernumbau
Blackstone stützt Obermann

Großaktionär Blackstone hat sich kurz vor der Hauptversammlung der Deutschen Telekom erstmals öffentlich zu seinem Investment geäußert - und Vorstandschef René Obermann trotz der schlechten Kursentwicklung der T-Aktie den Rücken gestärkt. Der sieht sich zugleich wachsendem Druck aus dem Finanzministerium ausgesetzt, in Europa zu expandieren. Berlin hat sich auch schon auf einen namhaften Lieblingskandidaten festgelegt.

BERLIN/DÜSSELDORF. "Obermann richtet die Telekom gerade komplett neu aus, und wir sind mit seiner Arbeit extrem zufrieden", sagt Blackstone-Manager Lawrence Guffey dem Handelsblatt kurz vor der Telekom-Hauptversammlung am Donnerstag. "Er ist einer der besten Vorstandschefs, die wir in unseren 50 Portfoliofirmen haben." Guffey sitzt für Blackstone im Telekom-Aufsichtsrat. Obermann habe bislang konsequent seine Gewinnprognosen eingehalten und den Kundenservice verbessert - beides sei bei der Telekom früher nicht der Fall gewesen.

Mit diesen Aussagen äußerte sich Blackstone, nach dem Bund größter Einzelaktionär bei dem Bonner Konzern, erstmals öffentlich zu seinem Telekom-Investment. Und das in einer Phase, in der Obermann bei anderen Investoren wegen des schlechten Aktienkurses und fehlender Visionen zunehmend unter Druck gerät. Auch der Bund stellte sich als Großaktionär vor der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung, bei der Aktionäre Kritik an der Arbeit des Managements üben dürften, noch einmal ausdrücklich hinter den Vorstandschef - allerdings nicht, ohne strategische Empfehlungen für Obermann auszusprechen.

Blackstone hatte im April vor zwei Jahren für 2,7 Mrd. Euro 4,5 Prozent der T-Aktien gekauft - zu einem Kurs von 14 Euro. Derzeit steht das Papier bei 11,66 Euro und ist für die Private-Equity-Gesellschaft immer noch ein Verlustgeschäft. Nur die üppigen Dividenden der Telekom sorgen dafür, dass sich der Finanzinvestor allmählich einer schwarzen Null nähert. Ende der Woche schüttet die Telekom für 2007 eine Dividende von 78 Cent je Aktie aus - das entspricht dem Sechsfachen des Nettogewinns. Diese Rekorddividende mit eingerechnet, ist Blackstone mit seinen T-Aktien dann nur noch mit rund 160 Mill. Euro im Minus. "Natürlich wäre uns ein höherer Kurs lieber", räumt Guffey ein. "Aber als wir bei der Telekom eingestiegen sind, war uns klar, dass es ein langer Weg werden würde. Wir bleiben langfristig bei der Telekom investiert." An den Märkten wird sogar spekuliert, Blackstone wolle weitere Telekom-Anteile hinzukaufen. Guffey wollte sich dazu nicht äußern.

Auch der Bund als Haupteigentümer der Telekom steht hinter dem Telekom-Chef. "Obermann hat unser vollstes Vertrauen", heißt es in der Spitze des Finanzministeriums.

Tatsächlich hat Obermann seit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren einiges verändert: Er kappte die Personalkosten, verbesserte den Kundenservice und kaufte im Ausland in kleinen Schritten zu. Gleichwohl gelang es ihm nicht, den Kurs der T-Aktie bisher nachhaltig nach oben zu treiben. Gestern gab die Aktie zeitweise noch einmal um 2,3 Prozent nach, als bekannt wurde, dass der Bund eine neue Wandelanleihe begibt (siehe: "Zweiter Versuch").

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