US-Internetkonzern
Einmaleffekt lässt Yahoo-Gewinn sprudeln

Licht und Schatten bei Yahoo: Im dritten Quartal konnte der US-Internetkonzern seinen Gewinn zwar mehr als verdoppeln. Hauptgrund ist der Verkauf der Arbeitsplatzbörse HotJobs. Das grundlegende Geschäft hingegen lahmt.
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HB SUNNYVALE. Der Verkauf einer Tochterfirma hat dem US-Internetkonzern Yahoo zu einem deutlichen Gewinnsprung im dritten Quartal verholfen. Yahoo verbuchte einen Überschuss von 396,1 Mio. Dollar nach 186 Mio. Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum, wie der Konkurrent von Google und Microsoft am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Pro Aktie belief sich das Ergebnis auf 29 Cent nach zuvor 13 Cent. In den aktuellen Gewinn je Anteilsschein ist die Veräußerung der Arbeitsplatzbörse HotJobs zu Jahresbeginn mit 13 Cent je Papier eingerechnet

Doch das grundlegende Geschäft lahmt. Ein ums andere Mal setzte der Rivale Google dem Unternehmen zu. Der Yahoo-Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lediglich um zwei Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar (1,2 Mrd Euro). „Sie verlieren Geschäft an Google“, urteilte Analyst Colin Gillis von BGC Partners am Dienstag bei Bloomberg TV. Das gelte besonders für die wichtigen grafischen Werbeanzeigen, die sogenannten Banner.

Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle für Yahoo. Auf der einen Seite sind das Textanzeigen, die passend zu Suchergebnissen erscheinen. Hier hat Google schon seit langem die Nase vorn. Auf der anderen Seite sind das grafische Werbeanzeigen, bisher eine Domäne von Yahoo. Doch Google holt auf, wie die letzte Zwischenbilanz gezeigt hatte.

Konzernchefin Carol Bartz hatte rund 2 000 Stellen abgebaut und sich mit dem Softwaregiganten verbündet. Yahoo nutzt seit einigen Wochen in den USA und Kanada Microsofts Suchmaschine Bing und wird im Gegenzug die Werbung vermarkten. Bald sollen alle Suchanfragen über die Microsoft-Server laufen. Die Zusammenarbeit schreite planmäßig voran, sagte Bartz.

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  • Yahoo ist einfach nicht mehr innovativ.
    Google hat die Textanzeigen für Websiten auf den Markt gebracht.
    Google legt auch bei grafischen Werbeanzeigen (banner) zu.
    Und Google Mail halte ich für wesentlich besser als Yahoo Mail. bei Yahoo Mail sind rechts nervige grafische Werbeanzeigen. Sie verbrauchen Platz und sind animiert, was sicher auch ablenkt.
    bei Google Mail gibt es dagegen dezente Textwerbung. Ja, dazu werden die Mails analysiert, um dazu passende Werbung anzuzeigen. Aber das ist nicht so störend und irgendwie muss Google damit ja Geld verdienen. Und ich glaube, den Nutzern ist dieser Komfort wichtiger als der Datenschutz, zumal keine Gefahr besteht, dass Google die Daten weitergibt. Meiner Ansicht nach jedenfalls.

    Yahoo kann besser werden, aber das halte ich für unwahrscheinlich, weil sie in der Vergangenheit nicht besser geworden sind. Und dazu haben sie genug Zeit gehabt.

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