US-Medienzar will offenbar Direct TV abgeben
Murdoch bereitet Tausch mit Rivalen Malone vor

Der US-Medienunternehmer Rupert Murdoch bereitet offenbar eine radikale Wende seiner Unternehmensstrategie vor.

tor NEW YORK. Nach Berichten in US-Zeitungen verhandelt der Chef des Medienkonzerns News Corp. mit seinem Rivalen John Malone von Liberty Media über einen Tausch von Vermögensteilen. Demnach soll Murdoch bereit sein, seinen 38-prozentigen Anteil an dem Satellitenbetreiber Direct TV gegen jene 19 Prozent der News-Corp-Anteile zu tauschen, die Malone in den vergangenen zwei Jahren zusammengekauft hatte. Beide Firmen wollten dazu keine Stellung nehmen.

Murdoch würde dadurch nicht nur seine Kontrolle über News Corp sichern und einen unberechenbaren Großaktionär loswerden. Der Verkauf von Direct TV wäre zudem ein Signal, dass der 75-jährigen Medienunternehmer die Zukunft seines Konzerns weniger im Satellitenfernsehen und vielmehr im Internet sieht. Für Malone hätte das Geschäft den Vorteil, dass er mit Direct TV wieder die operative Kontrolle über ein Unternehmen gewinnt.

Murdoch hatte jahrelang erbittert um die Kontrolle über Direct TV gekämpft. Der Satellitenbetreiber galt als ideale Vertriebsplattform für die TV-Angebote von News Corp. Der Einzug der Breitbandtechnologie, die es erlaubt, Internet-, TV- und Telefondienste zu bündeln, hat den Wettbewerb jedoch verändert. Kabelanbieter haben dabei mit ihren so genannten „Triple-Play“-Angeboten die Nase vorn. Telefonanbieter drängen ebenfalls in diesen Markt. Satellitenbetreiber haben aufgrund technologischer und regulatorischer Hürden hingegen das Nachsehen.

Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ könnte die Transaktion den beiden Unternehmen sogar Steuern von 4,5 Mrd. Dollar auf Veräußerungsgewinne sparen. Der Anteil von News Corp an Direkt TV hat demnach einen Wert von etwa neun Mrd. Dollar, Malones Anteil an News Corp. wird auf gut elf Mrd. Dollar taxiert. Die Differenz könnte Murdoch mit einer Barzahlung ausgleichen. Zudem würde der Medienunternehmer einen langwierigen Streit über einen aktienrechtliche Trick zur Abwehr einer feindlichen Übernahme bei News Corp. beenden, mit denen Murdoch Malone dort bisher auf Distanz gehalten hatte.

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