US-Milliardär kommt aus einfachen Verhältnissen
Haim Saban macht erneut gutes Geschäft

Der US-Milliardär Haim Saban hat mit dem Verkauf von Pro Sieben Sat.1 zum zweiten Mal sein Gespür für das ganz große Geschäft bewiesen.

HB MÜNCHEN. Die Grundlage seines Milliardenvermögens hatte der 60-Jährige gelegt, als er im Jahr 2001 gemeinsam mit dem Partner News Corp für insgesamt 5,3 Milliarden Dollar das Gemeinschaftsunternehmen Fox Family Worldwide an den Disney-Konzern verkaufte. Das Unternehmen vertreibt unter anderem die „Power Rangers“, deren populäre US- Version Saban geschaffen hatte. Der Zeitpunkt für den Verkauf war ideal gewählt. Die Preise für Kinder-und Jugendprogramme sind seither weltweit stark gefallen.

Ähnlich günstig war das Timing beim Kauf von Pro Sieben Sat.1. Nach dem Zusammenbruch der Kirch-Gruppe gab es das dicke Stück vom deutschen Privatfernseh-Kuchen zum Schnäppchenpreis. Saban und Finanzpartner zahlten zunächst 525 Millionen Euro für die Stimmrechtsmehrheit, später stockten sie ihre Beteiligung noch einmal auf. Auch wenn der Gesamtpreis, den Saban und Partner zahlten, offiziell nicht bekannt ist, haben sie ihren Einsatz vervielfacht. Springer zahlt nun 2,5 Milliarden Euro für die Vorzugs- und Stammaktien der Gruppe.

Saban hat sich wie in Deutschland Leo Kirch aus einfachen Verhältnissen nach oben gearbeitet. Er wuchs als Sohn eines Kaufmanns und einer Näherin in Ägypten und Israel auf. Seine Karriere begann er als Konzertagent in Israel. Über Paris zog er 1983 nach Los Angeles, wo er Musik für Zeichentrickfilme und Fernsehsendungen für Kinder machte. 1995 gründete er das Gemeinschaftsunternehmen mit Newscorp.

Einen Namen in den USA machte sich Saban auch als großzügiger Spender an die Demokratische Partei und für wohltätige Zwecke. Sein Charme und sein Verhandlungsgeschick sind legendär. Bei seinem Engagement in Deutschland musste er sich allerdings erst einmal an komplizierte Strukturen, ungewohnte Konkurrenz durch die öffentlich- rechtlichen Sender und die Zusammenarbeit mit Betriebsräten gewöhnen. Auch deshalb hat er laut Angaben aus seinem persönlichen Umfeld den Spaß an dem Engagement in Deutschland verloren. Künftig wird er nur noch mit einer sehr kleinen Beteiligung bei Springer engagiert sein.

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