US-Mobilfunkanbieter
Telekom berät über Metro PCS Fusion

Die Telekom-Spitze berät Gerüchten zufolge erneut über eine Fusion mit dem US-Mobilfunkanbieter MetroPCS. Eine endgültige Entscheidung muss nicht unbedingt am Mittwoch fallen. In der Zwischenzeit legen MetroPCS-Titel zu.
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FrankfurtDie Spitze der Deutschen Telekom berät über den nächsten Schritt im Übernahmeringen um den US-Mobilfunkanbieter MetroPCS. Das sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen müsse nicht unbedingt noch Mittwoch fallen, sagte einer von ihnen. Sprecher der Telekom und von MetroPCS wollten sich dazu nicht äußern. Reuters hatte vor einer Woche von zwei Insidern erfahren, dass der Bonner Konzern erwägt, die MetroPCS-Eigner mit einem besseren Angebot auf seine Seite zu ziehen. Die an der New Yorker Börse gelisteten MetroPCS-Aktien legten am Mittwoch nach Bekanntwerden der Beratungen um vier Prozent zu.

Die MetroPCS-Aktionäre stimmen am Freitag auf einer Hauptversammlung in Texas über die Fusion mit der Telekom-Tochter T-Mobile USA ab. Eine Zustimmung ist aber nicht sicher, da sich einige MetroPCS-Gesellschafter und einflussreiche US-Aktionärsberater gegen den Deal ausgesprochen haben. Ihrer Ansicht nach springt bei der Mobilfunkehe zu wenig für MetroPCS heraus. Das "Wall Street Journal" berichtete in seiner Online-Ausgabe unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen, dass die Telekom wahrscheinlich die Schuldenlast des neuen Unternehmens reduzieren werde, um den widerspenstigen Aktionären entgegenzukommen.

Die Telekom will nach der bisherigen Planung 15 Milliarden Dollar Schulden von T-Mobile USA der fusionierten Firma aufbürden - die Gesamtverbindlichkeiten sollen bei 21 Milliarden Dollar liegen. Die MetroPCS-Aktionäre erhalten 1,5 Milliarden Dollar in bar - also 4,06 Dollar je Anteilsschein. Zudem werde sie mit 26 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt - die restlichen 74 Prozent gehen an die Telekom.

Der Telekom-Vorstand will mit dem Deal T-Mobile USA endlich eine kritische Größe verleihen und die Abwanderung von Nutzern stoppen - voriges Jahr kehrten zwei Millionen Vertragskunden T-Mobile USA den Rücken. Längerfristig soll die Fusion den Weg für einen Ausstieg ebnen. MetroPCS und T-Mobile USA kämen zusammen auf etwa 42 Millionen Handy-Kunden. Damit könnten beide besser mit den Marktschwergewichten Verizon Wireless , AT&T und Sprint Nextel mithalten. Eigentlich wollten sich die Bonner 2011 ganz aus den USA verabschieden. Der Verkauf von T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar an AT&T war schon beinahe in trockenen Tüchern - allerdings stoppten die US-Wettbewerbsbehörden die Transaktion in letzter Minute.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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